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NEW YORK (awp international) - Das Pentagon ist beim "Jahrhundertauftrag" für neue Tankflugzeuge am Drücker: Am Donnerstag (Ortszeit) haben die beiden rivalisierenden Hersteller Boeing und die Airbus-Mutter EADS erklärt, ihre letztgültigen Angebote einzureichen - einen Tag vor Fristablauf. Dem Sieger winkt eine Grossbestellung über 179 Tankflugzeuge im Wert von 35 Milliarden Dollar. Mit Folgeaufträgen könnten daraus 100 Milliarden Dollar werden - der dickste Auftrag in der Luftfahrtgeschichte.
"Wir bieten ein real existierendes Flugzeug an, das schon bewiesen hat, was es für unsere Männer und Frauen in Uniform leisten kann", sagte der Nordamerika-Chef von EADS, Ralph Crosby. "Und wir nötigen die Air Force und den US-Steuerzahler nicht, ein grosses Wagnis einzugehen mit einem Flugzeug, das nur auf dem Papier existiert."
Die von EADS angebotene KC-45 ist vom Verkehrsjet Airbus A330 abgeleitet und bereits in anderen Luftwaffen im Einsatz. EADS würde bei einem Zuschlag eigens ein Werk in Mobile (Alabama) bauen und dort auch Frachtmaschinen fertigen. 48 000 Arbeitsplätze sollen dadurch entstehen.
Der konkurrierende NewGen Tanker von Boeing basiert auf dem Verkehrsjet 767 aus den 1980er Jahren. Um das Flugzeug aufzuwerten, hat Boeing ihm auf dem Reissbrett das Cockpit des neuen "Dreamliners" verpasst. "Die Entscheidung ist ausschlaggebend für Amerikas nationale Sicherheit und seine Industrie", sagte Boeing-Chef Jim McNerney. Er versprach 50.000 Arbeitsplätze.
In den vergangenen Tagen hatten beide Kontrahenten mit Zeitungsanzeigen und Radiospots in Washington um die Gunst der Öffentlichkeit und der Politiker geworben. Wann das Pentagon über die Auftragsvergabe entscheidet, ist offen.
Jede Seite behauptet von sich, auch das wirtschaftlich bessere Angebot zu haben. Auf die Einsatzzeit von 40 Jahren gerechnet würden die amerikanischen Steuerzahler mehrere zehn Milliarden Dollar an Spritkosten einsparen, erklärte Boeing. Der NewGen Tanker ist kleiner als das EADS-Modell. Der europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern rechnete dagegen vor, dass die Boeing-Maschine pro ausgeliefertem Liter Sprit bis zu 44 Prozent höhere Kosten verursachen würde.
Seit Jahren gibt es Streit um den Megaauftrag. Mittlerweile läuft schon die dritte Ausschreibungsrunde. Jedes Mal kippte die Politik nach heftigen Querelen die Entscheidung. Insgesamt muss die Air Force 534 Tanker und Frachtmaschinen ersetzen, die noch Präsident Dwight D. Eisenhower kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs angeschafft hatte. Die ein halbes Jahrhundert alten KC-135 stammen von Boeing./das/DP/zb

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