Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

WASHINGTON/JACKSON HOLE (awp international) - Neue Hiobsbotschaft für den Aufschwung in den USA: Die grösste Volkswirtschaft der Welt wuchs im zweiten Quartal deutlich schwächer als zunächst erwartet. US-Notenbankchef Ben Bernanke machte derweil am Freitag klar, dass die Federal Reserve durchaus noch "ungewöhnliche Mittel" zur Ankurbelung der Konjunktur im Köcher hat, sollten sich der Ausblick weiter verschlechtern. Die Zentralbank werde "alles unternehmen, was sie kann, um die Fortsetzung der Wirtschaftserholung zu sichern".
Aufs Jahr hochgerechnet legte das US- Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen April und Juni lediglich um magere 1,6 Prozent zu, wie das Handelsministerium am Freitag mitteilte. In einer ersten Schätzung vor einem Monat war noch von 2,4 Prozent die Rede gewesen. In den ersten drei Monaten des Jahres hatte das BIP hingegen noch um 3,7 Prozent zugelegt.
FED STEHT BEREIT
Den Angaben zufolge ist die heftige Abwärtskorrektur vor allem dem starken Anstieg der Importe geschuldet, die von der Wirtschaftsleistung abgezogen werden. Allerdings fiel die Revision nicht so kräftig aus, wie von Ökonomen befürchtet: Sie hatten sogar mit einem Wachstum von nur noch 1,4 Prozent gerechnet.
"Sollten weitere Massnahmen nötig werden, stehen geldpolitische Optionen für eine zusätzliche Ankurbelung zur Verfügung", betonte unterdessen Zentralbankchef Bernanke auf dem jährlichen Finanz- und Wirtschaftsforum der Federal Reserve in Jackson Hole (US-Bundesstaat Wyoming) laut Redemanuskript.
LEICHTER OPTIMISMUS FÜR US-KONJUNKTUR
Mit Blick auf zusätzliche Massnahmen der Fed zur Ankurbelung der Konjunktur sagte Bernanke, die entscheidende Frage sei nicht, ob die Zentralbank die nötigen Werkzeuge habe. Der Knackpunkt sei vielmehr, "ob der Nutzen eines Instruments (...) die damit verbunden Kosten und Risiken übertrifft", betonte er. Als denkbare Massnahmen nannte Bernanke neue Käufe langlaufender Staatsanleihen, um die damit verbundenen Zinsen zu drücken. Daneben könnte die Fed die Wortwahl ihrer Pressemitteilungen ändern, um die Märkte zu beeinflussen. Eine dritte Möglichkeit sei, die Zinszahlungen der Fed auf Bankreserven zu verringern, um die Kreditvergabe der Geldhäuser anzukurbeln.
Trotz der jüngsten Verlangsamung des Aufschwungs zeigt sich Bernanke verhalten optimistisch über die weiteren Aussichten: "Man kann vernünftigerweise erwarten, dass das Wachstum sich 2011 und in den folgenden Jahren etwas beschleunigt", erklärte er. Die Haushalte kämen schneller als erwartet damit voran, ihre Finanzen in Ordnung zu bringen, wodurch sie ihren Konsum flexibler gestalten könnten. Gewinne der Aufschwung an Fahrt, steige dann auch die Bereitschaft der Unternehmen zu Neueinstellungen, so der Fed-Chef.
INFLATION
Die Inflation dürfe unterdessen "für einige Zeit" im Zaum bleiben, sagte Bernanke. Das Risiko einer grösseren Bewegung in Richtung Deflation oder stärkeren Inflation schätze er als gering ein.
Trotz der trüben Daten rechnen Experten in den USA nicht mit einem Rückfall in die Rezession. "Wir haben hier eine Erholung, die steckengeblieben ist, aber wir erwarten keinen Double Dip", sagte der Chefökonom des US-Versicherers Nationwide Mutual, Paul Ballew, der Fachagentur Bloomberg vor Veröffentlichung der BIP-Zahlen. "Hier ist eine sehr langsame, zögerliche Erholung am Werk." Ende September legt das Ministerium dann den endgültigen Quartalswert vor.
KONSUM LEGT ZU
Ein kleiner Lichtblick sind die Verbraucherausgaben, von denen die US-Wirtschaft zu 70 Prozent abhängt: Sie stiegen im zweiten Quartal aufs Jahr hochgerechnet nach den neuen Zahlen um zwei Prozent. Vor einem Monat war noch von 1,6 Prozent die Rede gewesen.
Allerdings hatte es in den letzten Tagen eine Reihe von düsteren Wirtschaftsdaten gegeben. So sackten die Bestellungen langlebiger Güter im Juli deutlich ab. Die Verkäufe existierender Häuser brachen um 27 Prozent ein, die neuer Häuser um zwölf Prozent. Die Arbeitslosenquote in den USA liegt derzeit bei 9,5 Prozent./fb/DP/bgf

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.

swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

???source_awp???