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PEKING/FRANKFURT (awp international) - Die globale Wachstumslokomotive China hat im zweiten Quartal 2010 trotz vergleichsweise hoher Zuwachsraten an Fahrt verloren. Auf Jahressicht legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von April bis Juni um 10,3% zu, wie das nationale Statistikamt NBS am Donnerstag in Peking mitteilte. In den ersten drei Monaten 2010 hatte das Plus noch bei 11,9% gelegen. Im gesamten ersten Halbjahr wuchs die chinesische Wirtschaft um 11,1%. Das Wachstum lag damit deutlich über dem Regierungsziel von acht% für das gesamte Jahr 2010.
Ausschlaggebend für das schwächere Wachstum dürften vor allem zahlreiche Massnahmen seitens der Regierung sein, die auf eine Abschwächung abzielen. Nachdem es zur Jahreswende Befürchtungen gegeben hatte, die chinesische Wirtschaft und nicht zuletzt der heimische Immobilienmarkt könnten überhitzen, hatte die Regierung etwa den Kreditfluss eingeschränkt. Als Folge sind vor allem die öffentlichen Investitionen der Bezirksregierungen im zweiten Quartal deutlich schwächer als zu Jahresbeginn gewachsen.
Experten werteten die Wachstumsverlangsamung mit gemischten Gefühlen. Positiv wurde gewertet, dass die Regierung ihr Ziel einer leichten Abschwächung der Wachstumsdynamik erreicht habe. "Insgesamt zeigen die Daten, dass die Gefahr einer Überhitzung der chinesischen Wirtschaft zunächst gebannt scheint", kommentierte die Commerzbank. Ausschlaggebend sei allerdings, wie stark China im zweiten Halbjahr auf die Wachstumsbremse treten werde. Mit einer zu starken Verlangsamung rechnet die Frankfurter Bank aber nicht. Im Zweifel könnte die Regierung Restriktionen bei der Kreditvergabe wieder lockern oder verstärkt Infrastrukturprojekte vorantreiben.
Die Grossbank UniCredit sieht in China als weltweiter Wachstumslokomotive Segen und Fluch zugleich. "Hing die Weltwirtschaft früher sehr stark an der Entwicklung in den USA, ist es nun China." Allein ein Viertel des gesamten Weltwirtschaftswachstums dürfte in diesem Jahr aus China kommen. Zum Vergleich: Die Eurozone dürfte 2010 gerade einmal 0,1%punkte zum weltweiten Wachstum von voraussichtlich 4,5% beisteuern. "Sollte die Konjunktur im Reich der Mitte spürbar an Fahrt verlieren, wird dies unweigerlich auf Nachbarstaaten und Industrieländer ausstrahlen." Hiervon wäre auch die wichtige deutsche Exportindustrie betroffen, die in den letzten Jahren immer mehr Güter nach China lieferte./bgf/jha/

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The citizens' meeting

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