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NÜRNBERG (awp international) - Der Job-Boom in Deutschland geht vorerst weiter und hat die Zahl der Arbeitslosen im Mai erstmals seit sieben Monaten wieder unter die Drei-Millionen-Marke gedrückt. Allerdings verlor der Aufschwung leicht an Tempo: Mit 2,96 Millionen ging die Zahl der Erwerbslosen in Deutschland lediglich um 118.000 zurück - und damit deutlich geringer als im Schnitt der vergangenen drei Jahre, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag in Nürnberg mitteilte. Auch nach Abzug jahreszeitlicher Effekte fiel der Rückgang der Arbeitslosigkeit um 8000 überraschend gering aus.
Dennoch ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt nach BA-Einschätzung noch immer ungleich besser als im Vorjahr: Damals hatten die deutschen Arbeitsagenturen und Jobcenter noch 276.000 mehr Menschen ohne festen Job registriert. Entsprechend lag die Arbeitslosenquote im Mai 2010 noch bei 7,7 Prozent. Inzwischen ist sie auf 7,0 Prozent gesunken, nach 7,3 Prozent im April. Eine niedrigere Mai-Arbeitslosigkeit hatte es zuletzt 1992 gegeben.
BA-Chef Weise geht davon aus, dass die Arbeitslosigkeit bis zum Jahresende unter der Drei-Millionen-Marke verharrt. Allenfalls ein früher Wintereinbruch könnte Deutschland im Dezember wieder mehr als drei Millionen Jobsucher bescheren. Für Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) präsentiert sich der deutsche Arbeitsmarkt "topfit". Die Entwicklung sei nachhaltig und solide, sagte die Ministerin in Berlin. "Der Arbeitsmarkt bleibt im Aufwind, wenn auch mit etwas gedämpfter Dynamik." Es gelte nun, das hohe Leistungsniveau zu sichern und auszubauen.
Im Kampf um einen Abbau der Arbeitslosigkeit sieht BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt derzeit das "Ende der Fahnenstange" noch nicht erreicht. "Da ist noch eine Menge möglich." So gebe es weiterhin erhebliche regionale Ungleichgewichte, die man versuchen müsse auszugleichen. Einige Arbeitsamtsbezirke hätten eine Arbeitslosenquote von drei Prozent, andere von bis zu zehn Prozent, berichtete Alt. Von Vollbeschäftigung werde man wohl erst bei einer Arbeitslosigkeit von 1,5 Millionen reden können.
Keine nennenswerte Konkurrenz für Arbeitslose stellen nach dem Beginn der EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit am 1. Mai bislang osteuropäische Arbeitskräfte dar. Der von manchen befürchtete Ansturm sei ausgeblieben, sagte BA-Vorstandsmitglied Raimund Becker. "Wir spüren bislang keine messbaren Folgen." Auch Umfragen bei grenznahen Arbeitsagenturen hätten gezeigt, dass es keinen grossen Zustrom osteuropäischer Jobsucher gebe. "Es tröpfelt lediglich ein bisschen", sagte Becker. Als Barriere hätten sich in vielen Fällen fehlende Deutschkenntnisse erwiesen.
Von dem bis 2022 geplanten Atomausstieg erwartet sich die Bundesagentur eher positive Impulse für den Arbeitsmarkt. "Wir sind optimistisch, aber nicht in übertriebenem Masse", sagte Alt. Man müsse abwarten, wie sich mögliche steigende Strompreise auf den privaten Verbrauch auswirkten und ob unter Umstände energieintensive Betriebe ins Ausland abwanderten. Andererseits würden wegen der Investitionen in regenerative Energien sicherlich zahlreiche Arbeitsplätze entstehen. Allein in den vergangenen Jahren sei die Zahl der Beschäftigten in dieser Branche von 160.000 auf 360.000 gestiegen.
Trotz einer leichten Abschwächung der Arbeitskräftenachfrage im Mai sind in den Betrieben weiterhin viele Stellen offen. Arbeitslosen böten sich damit weiterhin Chancen, sagte BA-Chef Weise. "Inzwischen gehen die Firmen jetzt auch schon andere Wege: Sie werben sich immer häufiger gegenseitig Fachkräfte ab."
Die gute Auftragslage der Firmen spiegelt sich auch in der wachsenden Zahl von Arbeitsplätzen wieder: So erhöhte sich die Erwerbstätigkeit im Zuge der Frühjahrsbelebung im Mai um 205.000 auf 40,72 Millionen. Die Zahl der regulären, sozialversicherungspflichtigen Jobs stieg ohne Saisoneffekte im März auf 28,09 Millionen - ein Zuwachs von 692.000 binnen eines Jahres./kts/DP/jkr

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