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ECONOMICS/DE: Ifo-Index stabil - erwartete Eintrübung nicht eingetreten (Zus)

MÜNCHEN (awp international) - Die deutsche Konjunktur läuft noch immer rund. Der Ifo-Geschäftsklimaindex blieb im Mai stabil. Umfrageprognosen waren dagegen von einem leichten Rückgang ausgegangen, nachdem sich das Geschäftsklima bereits in den beiden Monaten davor zweimal in Folge eingetrübt hatte. Volkswirte sehen die deutsche Wirtschaft weiter auf Wachstumskurs, rechnen aber fortan mit etwas weniger Schwung. Der Geschäftsklimaindex verharrte im Mai bei 114,2 Punkten, teilte das Ifo-Institut am Dienstag in München mit. Von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragte Experten hatten im Durchschnitt nur mit 113,8 Punkten gerechnet. Der Ifo-Index wird ab Mai neu berechnet. Neben der Gewichtung der Wirtschaftszweige ändert sich das Basisjahr von 2000 auf 2005. Damit variieren auch die Werte vor Mai.
Die Erwartungskomponente fiel von 107,7 Punkten im Vormonat auf 107,4 Punkte im Mai. Hier hatten Ökonomen einen deutlich schwächeren Wert von 106,8 Punkten vorausgesagt. Laut Ifo-Institut sind die Erwartungen hinsichtlich der Geschäfte im kommenden halben Jahr zwar erneut etwas gedämpfter, aber weiterhin positiv. "Die Konjunkturampeln in Deutschland stehen nach wie vor auf grün", kommentierte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn die Ergebnisse. Die Lagebeurteilung verbesserte sich von 121,0 auf 124,4 Punkte und traf damit genau die Konsensschätzung.
KONJUNKTUR DROHT HEISSZULAUFEN
Laut DekaBank droht die deutsche Konjunktur heiss zu laufen. "Weder Autos noch die Konjunktur können ständig im roten Drehzahlbereich fahren", sagte DekaBank-Experte Andreas Scheuerle mit Blick auf den überraschend stabilen Ifo-Index und den starken Jahresauftakt der deutschen Wirtschaft. Zugleich verwies der Experte aber darauf, dass der Ifo-Index nur dank einer Stimmungsverbesserung im Einzelhandel stabil geblieben sei. "In der Industrie als Taktgeber der Konjunktur hat sich das Klima zum dritten Mal in Folge eingetrübt." Dies spreche für eine verringerte Konjunkturdynamik. Angesichts von Überhitzungsgefahren sei eine langsamere Gangart in der deutschen Konjunktur aber zu begrüssen.
Auch die Postbank rechnet in den kommenden Monaten mit etwas gebremstem Tempo der deutschen Konjunktur. Das hohe Niveau des Ifo-Geschäftsklimaindex spreche aber für einen fortwährenden Aufschwung in Deutschland. Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) stösst ins gleiche Horn. Die neuesten Ifo-Daten seien noch kein Signal einer konjunkturellen Trendwende. Die gesamtwirtschaftliche Aktivität verliere nun aber etwas an Dynamik, kommentiert die Helaba.
EURO UND AKTIENMÄRKTE LEGEN ZU
Der Euro gewann nach den Ifo-Zahlen dazu und setzte seinen Erholungskurs fort. Der deutsche Leitindex Dax konnte seine Gewinne ebenfalls ausbauen. Deutsche Staatsanleihen verbuchten indes Kursverluste.
Das Ifo-Geschäftsklima ist das wichtigste Stimmungsbarometer für die deutsche Wirtschaft. Es basiert auf einer monatlichen Umfrage bei rund 7.000 Unternehmen.
Die Daten im Überblick:
Mai Prognose Vormonat
Geschäftsklima 114,2 113,8 114,2*
Geschäftslage 121,4 121,4 121,0*
Geschäftserwartungen 107,4 106,8 107,7*
* Neue Wert nach Berechnungsumstellung
(in Punkten)
/ajx/bgf

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