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ECONOMICS/DE: Industrieaufträge erhalten Dämpfer - Trend weist nach oben (AF)

Dieser Inhalt wurde am 07. Dezember 2009 - 15:10 publiziert

(Meldung ergänzt um weitere Angaben)
BERLIN (awp international) - Die deutsche Industrie hat im Oktober einen Dämpfer beim Auftragseingang erhalten. Nach sieben Anstiegen in Folge waren die Aufträge erstmals wieder rückläufig, wie das Wirtschaftsministerium am Montag in Berlin mitteilte. Preis- und saisonbereinigt betrug das Minus 2,1 Prozent, während von dpa-AFX befragte Volkswirte mit einem weiteren Zuwachs um 1,0 Prozent gerechnet hatten.
Ausschlaggebend für das Minus war laut Ministerium vor allem die Auslandsnachfrage, die um 3,5 Prozent sank. Die Inlandsnachfrage ging indes deutlich moderater um 0,5 Prozent zurück. Die schwächere Nachfrage ist laut Experten vor allem auf den Kfz-Bereich zurückzuführen, wo auslaufende Abwrackprämien in Deutschland und vielen anderen Ländern belasteten. Ohne den Fahrzeugbereich hätten die Orders indes stagniert, wie die Commerzbank kommentierte. Belastend wirkte im Oktober auch, dass der Umfang an Grossaufträgen stark unterdurchschnittlich war.
Für den Vormonat September wurden die Aufträge jedoch etwas besser als zunächst ausgewiesen (plus 1,3 Prozent statt plus 0,9 Prozent). Auf Jahressicht gaben die Aufträge im Oktober um 8,5 Prozent nach. Dies zeigt, dass sich der Abwärtstrend weiter verringert hat. In den Vormonaten hatten die Raten noch deutlich im zweistelligen Negativbereich gelegen.
Viele Bankvolkswirte sehen trotz des jüngsten Rücksetzers einen anhaltenden Aufwärtstrend bei den Industrieaufträgen. Darüber hinaus dürfte der sehr robuste Auftragseingang in den Vormonaten dafür sorgen, dass die Gesamtproduktion im vierten Quartal deutlich zulegt. Auch die UniCredit sieht den Aufholprozess der Industrie noch nicht beendet. Dies zeige die robuste Nachfrage nach Vorleistungsgütern. Hier betrug der Zuwachs im Oktober 0,7 Prozent, wohingegen die Nachfrage nach Investitionsgütern (minus 4,5 Prozent) und Konsumgütern (minus 0,3 Prozent) rückläufig war.
Im aussagekräftigeren Zweimonatsvergleich (September/Oktober gegenüber Juli/August) stieg der Auftragseingang um 1,2 Prozent. Den Daten zufolge war dies jedoch allein dem kräftigen Anstieg der Auslandsnachfrage um 5,2 Prozent zu verdanken. Die Inlandsnachfrage ging hingegen um 3,1 Prozent zurück. Im Zweimonatsvergleich (September/Oktober) fielen die Aufträge auf Jahressicht um 10,8 Prozent.
/bf/js
Die Entwicklung im Überblick


Oktober Prognose Vormonat

Industrie Gesamt
Monatsvergleich -2,1 +1,0 +1,3r
Jahresvergleich -8,5 -7,2 -12,8r

(r=revidiert, Angaben in Prozent)

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