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WIESBADEN (awp international) - Verschnaufpause für Verbraucher in Deutschland: Der Aufwärtstrend der Inflation ist im Mai unterbrochen worden - insgesamt bleibt der Preisdruck aber hoch. Die Verbraucherpreise stiegen im Mai im Vorjahresvergleich um 2,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Berechnungen am Freitag in Wiesbaden mitteilte.
Damit ist die jährliche Teuerungsrate erstmals seit August 2010 wieder gefallen. Sie verharrt aber seit Januar über der Warnschwelle der Europäischen Zentralbank (EZB), die Preisstabilität bei einem Wert von knapp unter 2 Prozent gewahrt sieht. Im April hatte die Jahresteuerung 2,4 Prozent und damit den höchste Stand seit Oktober 2008 erreicht.
Im Vergleich zum April veränderte sich das Preisniveau nicht. "Die späten Osterferien haben die Preise vorrübergehend stark anziehen lassen, weil die teure Ferienreisezeit dieses Jahr komplett in den April fiel", sagte Christian Schulz, Konjunkturexperte der Berenberg Bank. Zudem habe sich der Rückgang der Erdölpreise bemerkbar gemacht.
Experten erwarten, dass die kleine "Inflationsdelle" im Mai noch keine Kehrtwende einläutet, schon weil Nahrungsmittel sich weiter verteuern dürften und die hohe Beschäftigung den Konsum anschieben werde. Gerade in Deutschland sind die Inflationsrisiken hoch: Die Konjunktur brummt, so dass die Unternehmen steigende Rohstoffpreise an die Kunden weitergeben können. Rückenwind spüren auch die Arbeitnehmer, die nach Jahren der Lohnzurückhaltung endlich wieder stärker vom Aufschwung profitieren wollen.
Auf eine anhaltend hohe Teuerung weise auch der starke Anstieg der Erzeuger- und Grosshandelspreise in den vergangenen Monaten hin, sagte Jörg Hinze, Konjunkturexperte vom Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut (HWWI): "Der Druck bleibt hoch, die Jahresrate wird voraussichtlich bis August auf 2,7 Prozent steigen und vorrübergehend auf diesem Niveau bleiben."
Hingegen ist Chefökonom Jörg Zeuner von der VP Bank der Meinung, dass die Inflation in Deutschland allmählich den Höhepunkt erreicht habe: "Ein nachlassender Preisdruck von der Rohstoffseite wird die Inflationsraten im zweiten Halbjahr zurückfallen lassen." Die private Nachfrage sei zu schwach, die Inflation nachhaltig höher zu drücken.
Details zur Entwicklung der Verbraucherpreise im Mai gibt das Statistische Bundesamt am 10. Juni bekannt. Für Nordrhein-Westfalen begründete das Landesamt in Düsseldorf den Preisrückgang gegenüber April am Freitag mit Preissenkungen bei Pauschalreisen (-6,7 Prozent), Heizöl (-5,6 Prozent) und Kraftstoffen (-1,1 Prozent).
Im Jahresvergleich verteuerten sich in Deutschlands bevölkerungsreichstem Bundesland vor allem Butter (+30,3 Prozent) und Bohnenkaffee (+25,2 Prozent). Nahrung insgesamt kostete dort 2,6 Prozent mehr als vor einem Jahr und 0,6 Prozent mehr als im April. Trotz der jüngsten Preisrückgänge mussten Verbraucher auch für Heizöl (+17,1 Prozent) und Kraftstoffe (+9,7 Prozent) deutlich tiefer in die Tasche greifen als vor einem Jahr. Günstiger wurden hingegen Telefone (-11,8 Prozent) und Computer (-7,1 Prozent)./hqs/DP/jkr

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