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ECONOMICS/DE: Inflation und Schuldenkrise belasten Verbraucherstimmung (AF)

NÜRNBERG (awp international) - Die Stimmung der deutschen Verbraucher hat sich wegen der hohen Inflation und der Sorge vor den Folgen der Schuldenkrise erneut leicht eingetrübt. Das Konsumklima der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) signalisiert für Juni einen Wert von 5,5 Punkten, teilte das Marktforschungsunternehmen GfK am Mittwoch in Nürnberg mit. Für Mai hatte der Indikator noch bei 5,7 Punkten gelegen. Von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragte Ökonomen hatten mit einem unveränderten Wert gerechnet.
Die anhaltend hohen Energiepreise und die Verschärfung der Schuldenkrise in Griechenland hätten den Optimismus der Verbraucher "gedämpft", hiess es in der Mitteilung der GfK. "Damit geraten die nach wie vor seht guten Rahmenbedingungen in Deutschland wie sinkende Arbeitslosigkeit und der kräftige Konjunkturaufschwung im Augenblick etwas in den Hintergrund."
TEUERUNG DÄMPFT STIMMUNG
Auch GfK-Experte Rolf Bürkl unterstrich im Gespräch mit dpa-AFX die aktuell grosse Bedeutung der hohen Teuerung: "Beim Rückgang der Verbraucherstimmung spielt der jüngste Anstieg der Verbraucherpreise die entscheidende Rolle", sagte Bürkl. Steigende Preise seien für die Verbraucher unmittelbar spürbar und bremsten die Kauflaune. Trotz der zuletzt schlechteren Verbraucherstimmung wollte der Experte aber nicht von einer grundsätzlichen Trendwende sprechen. "Das wäre zum jetzigen Zeitpunkt verfrüht."
Insgesamt habe die Sorge vor einer steigenden Inflation ein grösseres Gewicht für die Verbraucherstimmung als die Gefahren durch die Schuldenkrise. "Die Inflation ist eben eine unmittelbare Bedrohung für die Verbraucher", sagte Bürkl. Hinzu komme die sogenannte gefühlte Inflation - das diffuse Gefühl der Menschen, dass alles teurer wird. Das beeinträchtige in der Regel die Konsumlaune.
KONJUNKTUR UND ARBEITSMARKT STÜTZT
Bürkl sieht die Kauflaune derzeit in einem Spannungsfeld von "zwei widerstreitenden Bereichen". Während die steigende Inflation und die Sorgen wegen der Schuldenkrise die Kauflaune dämpften, stützen der starke Wirtschaftsaufschwung und die guten Lage am Arbeitsmarkt die Stimmung. Ausserdem sollten nach Einschätzung von Bürkl auch die Wettereinflüsse im Blick gehalten werden. Generell gelte: Eine längere Schönwetterperiode sei grundsätzlich besser für die Stimmung der Verbraucher, als wenn das Wetter über Wochen hinweg trübe sei. Allerdings könne alleine das schöne Wetter noch nicht für Kauflaune sorgen. Das funktioniere nur in Verbindung mit anderen Faktoren.
/jkr/bgf

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