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ECONOMICS/DE: kommt nur mühsam aus der Krise heraus (DIW)

Dieser Inhalt wurde am 14. April 2010 - 11:10 publiziert

BERLIN (awp international) - Die deutsche Wirtschaft kommt nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) nur mühsam aus der Krise heraus. "Die deutsche Wirtschaft befindet sich 2010 und 2011 in einem moderaten Aufwärtstrend", schreibt das DIW am Mittwoch in seiner Frühjahrsprognose. Die Wirtschaftsleistung werde in Deutschland im Jahr 2010 um 1,7 Prozent höher sein als im Vorjahr, für das kommende Jahr werde ein Wachstum von 1,8 Prozent erwartet. Im Januar hatte das DIW allerdings für das laufende Jahr noch ein Wachstum von 2,1 Prozent prognostiziert. Das DIW ist aber mit seiner aktuellen Prognose weiterhin etwas optimistischer als die Bundesregierung, die für das Jahr 2010 ein Wirtschaftswachstum von rund 1,5 Prozent erwartet.
"Damit kommen wir nur mühsam aus der Krise heraus. Mit Blick auf die Finanzmärkte bleiben aber grosse Unsicherheiten", sagte DIW-Präsident Klaus F. Zimmermann. Nach dem Ende des akuten Krisenmanagements sei jetzt wieder eine langfristig orientierte Wirtschaftspolitik gefragt: "Die grösste Herausforderung wird es sein, angesichts der enorm gestiegenen Schuldenlast wieder politische Handlungsfähigkeit zurückzugewinnen."
Der flache Aufschwung in Deutschland sei 2010 vor allem der Erholung der Weltwirtschaft zu verdanken. Im kommenden Jahr werde dann die Binnennachfrage das Wachstum stützen. Im Gegensatz zu früheren Zeiten könne Deutschland vom wachsenden Welthandel aber nur unterdurchschnittlich profitieren. Der Hauptgrund ist laut DIW: Die Hauptabsatzmärkte für die deutschen Exporte stimmen nicht mit den aktuellen Wachstumszentren der Weltwirtschaft in Asien und Lateinamerika überein. Ein Grossteil der deutschen Exporte gehe vielmehr in die Eurozone und nach Osteuropa - und hier sei die Wirtschaftsentwicklung weiterhin schwach.
Eine stabile Entwicklung erwartet das DIW Berlin für den deutschen Arbeitsmarkt. Die Talsohle sei durchschritten. Die Arbeitslosenquote werde 2010 bei voraussichtlich 7,8 Prozent und 2011 bei 7,7 Prozent liegen. "Erwartungen, dass es zu einer massiven Zunahme der Arbeitslosigkeit infolge der jüngsten Krise kommt, haben sich bisher nicht bestätigt," sagte DIW-Arbeitsmarktexperte Karl Brenke "Und es spricht nichts dafür, dass sie eintreten werden." Allerdings sei das Wirtschaftswachstum für eine deutliche Ausweitung der Beschäftigung nicht stark genug - zumal in manchen Sektoren vorherige Produktionsrückgänge und Arbeitszeitreduzierungen wieder ausgeglichen würden./js/jha/

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