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BRÜSSEL/MÜNCHEN (awp international) - Die deutsche Wirtschaft erholt sich rasant von der schweren Krise. Die EU-Kommission erwartet für dieses Jahr ein Wachstum von 3,4 Prozent und verdreifacht damit nahezu die Prognose vom Frühjahr, wie es im am Montag in Brüssel vorgelegten Konjunkturgutachten heisst. Auch der von der Krise besonders hart getroffene deutsche Maschinenbau schraubte seine Produktionsprognose nach oben.
"Die europäische Wirtschaft hat wieder erkennbar Fuss gefasst. Für das gesamte Europa ist es gut, dass Deutschland die wirtschaftliche Entwicklung in Schwung gebracht hat", sagte EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn. Die Bundesrepublik werde sich voraussichtlich als Konjunkturlokomotive an der Spitze der grossen Volkswirtschaften in Europa setzen. Zugleich wies Rehn allerdings darauf hin, dass einige Risiken die allgemein positive Entwicklung trüben könnten.
So könne der im zweiten Halbjahr erwartete Abschwung der Weltkonjunktur den Export treffen. Mit Sorge seien auch die weitere Entwicklung im hoch verschuldeten Griechenland und der marode Bankensektor in Irland zu betrachten. "Das wird ganz schön kostspielig werden", sagte Rehn mit Blick auf die Bemühungen der irischen Regierung, die Bankenkrise zu überwinden. Die Pläne seien aber überzeugend. In Griechenland sei es gelungen, die Finanzmärkte zu beruhigen. Athen müsse nun weiter an Reformen arbeiten.
Die Inflationsrate für die gesamte EU wird in diesem Jahr der Prognose zufolge bei 1,8 Prozent liegen, in der Eurozone bei 1,4 Prozent. Insgesamt wachsen die 27 EU-Staaten laut der Prognose in diesem Jahr mit 1,8 Prozent nur etwa halb so stark wie Deutschland. Die Brüsseler Experten sind allerdings optimistischer als die Bundesregierung und die Bundesbank, die 3 Prozent Wachstum für das laufende Jahr erwarten. Einige Wirtschaftsinstitute in Deutschland gehen ebenfalls von 3,4 Prozent aus.
Auch der von der Krise hart getroffene deutsche Maschinenbau schöpft zunehmend Selbstbewusstsein und verdoppelte angesichts der kräftigen Erholung seine Produktionsprognose für 2010. Nach den dramatischen Einbrüchen von 2009 rechnet die Branche nun mit einem Produktionsplus von 6 Prozent. "Die Konjunktur hat sich wesentlich besser entwickelt als wir es noch vor Jahresfrist erwartet haben", sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Hannes Hesse.
Im Krisenjahr 2009 war die Produktion real um 24,5 Prozent geschrumpft. Auch der Auftragseingang der mittelständisch geprägten Branche hatte mit einem Minus von 38 Prozent den schlimmsten Einbruch seit mehr als 50 Jahren erlitten. Der Weg zurück auf das Niveau vor der Krise werde allerdings noch eine Weile dauern. Der Maschinenbau werde in diesem Jahr in etwa an die Werte des Jahres 2005 anknüpfen. Dennoch sei die Entwicklung ausserordentlich gut.
"Viele unserer Unternehmen beurteilen die Konjunktur für 2010 inzwischen optimistischer, auch wenn längst nicht alle bereits jetzt vom Aufschwung profitieren können", sagte Hesse. Insgesamt falle die Bilanz für die ersten sechs Monate ausgesprochen positiv aus./sbr/uk/mt/DP/bgf

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