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PARIS (awp international) - Der Arbeitsmarkt ist in Deutschland dank flexibler Arbeitszeitregelungen und Kurzarbeit in der Krise robuster als anderswo. "Doch die strukturelle Arbeitslosigkeit bleibt nach OECD- Standards hoch", erklärte die OECD am Mittwoch in ihrem Beschäftigungsausblick 2010. So blieben Arbeitslose deutlich länger ohne Beschäftigung als in anderen Ländern. Die Arbeitsmarktreformen der vergangenen Jahre wertete die OECD positiv. Gleichzeitig sollte es mehr "Anreize zur Aufnahme einer existenzsichernden Beschäftigung" geben, schlug die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vor.
Obwohl Deutschland mit einem Einbruch der Wirtschaftsleistung um 6,7 Prozent besonders stark von der Rezession betroffen wurde, sank die Arbeitslosenquote vom Beginn der Rezession bis Mai 2010 von 7,9 auf 7,0 Prozent. Parallel stieg im OECD-Raum die Quote von einem Rekordtief von 5,7 Prozent auf 8,6 Prozent. "Flexible Arbeitszeitregelungen und Kurzarbeit helfen dem deutschen Arbeitsmarkt durch die Weltwirtschaftskrise", konstatiert die OECD.
So wurden "bis zum 3. Quartal 2009 rund 200 000 Arbeitsplätze durch Kurzarbeit erhalten". Die erleichterte Kurzarbeiterregelung solle aber "auslaufen, wenn der Aufschwung an Fahrt gewinnt". Zehn Prozent der Kurzarbeiter hätten Weiterbildungsangebote angenommen. Darunter waren aber kaum Mitarbeiter von Zeitarbeitsfirmen, so dass die Kurzarbeit "zu einer weiteren Segmentierung des deutschen Arbeitsmarktes beigetragen" habe, stellt die OECD fest.
2009 waren in Deutschland knapp 62 Prozent der Arbeitslosen länger als sechs Monate ohne Beschäftigung, im OECD-Mittel aber nur 40 Prozent. Noch krasser ist der Unterschied bei den Menschen, die länger als ein Jahr Arbeit suchen. Ihr Anteil betrug in Deutschland 45 Prozent, im OECD-Mittel nur 23 Prozent.
Dafür sind in Deutschland mehr Frauen berufstätig als in vielen anderen Ländern. Ihr Anteil lag mit 65 Prozent um neun Prozentpunkte über dem OECD-Durchschnitt. Allerdings arbeiteten aber mehr Frauen Teilzeit, weil Vollzeitarbeit wegen des Ehegattensplittings, beitragsfreier Mitversicherung in der Krankenkasse und der Subventionierung von Minijobs für Zweitverdiener unattraktiver sei. "In der Tat bleibt in kaum einem anderen OECD-Land netto weniger übrig, wenn in einem Paarhaushalt ein Zweitverdiener mit geringem Stundenverdienst von Teilzeit auf Vollzeit wechselt", kritisiert die OECD. Die Organisation umfasst gegenwärtig 31 Mitgliedsstaaten, vor allem die wichtigsten Industrieländer - sie arbeitet eng mit den grossen Schwellenländern zusammen./hn/DP/bgf

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