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MÜNCHEN (awp international) - Eine Aufstockung des Rettungsschirms für finanzschwache Euro-Länder ist nach Einschätzung des Münchner Ifo-Instituts nicht nötig. Der aktuelle Rettungsschirm sei nicht zu klein, teilte das Institut am Donnerstag mit. "Die in den Medien genannte Zahl von 250 Milliarden Euro, die angeblich nur zur Verfügung stehen, ist falsch", erklärte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Das Ifo begründet seine Einschätzung mit Regelungen im Rahmenvertrag des EFSF (European Financial Stability Facility).
Falls neben Griechenland auch Irland, Portugal und Spanien als Garantiegeber im Rahmen des EFSF ausfallen sollten, würden deren Garantiezusagen laut Vertragstext von den anderen Eurostaaten übernommen, argumentiert das Ifo. Dies erhöhe die Haftungssumme der erstklassig bewerteten Länder auf 315 Milliarden Euro. Hinzu kämen 60 Milliarden Euro der Europäischen Union und weitere 187 Milliarden vom Internationalen Währungsfonds (IWF). Insgesamt errechnet das Ifo ein Gesamtvolumen in Höhe von 562 Milliarden Euro - mehr als doppelt so viel wie die häufig genannte Zahl.
"Die Summe ist auch viel grösser als das, was Irland, Portugal und Spanien in den kommenden drei Jahren benötigen", ergänzen die Forscher. Durch den Refinanzierungsbedarf alter Schulden und einer veranschlagten Schuldenaufnahme von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ergebe sich ein Finanzbedarf von 434 Milliarden Euro. Damit übersteige der Rettungsschirm den rechnerischen Bedarf um rund 130 Milliarden Euro. "Es kann also nicht die Rede davon sein, dass der Schirm nicht reicht", so Sinn./bgf/jha/

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