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ECONOMICS/US: Arbeitslosenquote steigt auf höchsten Stand seit 26 Jahren

Dieser Inhalt wurde am 06. November 2009 - 15:40 publiziert

WASHINGTON (awp international) - Die Arbeitslosenquote in den USA ist im Oktober auf den höchsten Stand seit April 1983 gestiegen. Der Beschäftigungsabbau hat sich hingegen etwas abgeschwächt, während die Stundenlöhne zulegten, wie das US-Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Die Finanzmärkte reagierten enttäuscht auf die Daten. Der Eurokurs und die Aktienmärkte gerieten unter Druck, während der für den Anleihemarkt richtungsweisende Euro-Bund-Future zulegte.
Die Arbeitslosenquote stieg im Oktober von 9,8 Prozent im Vormonat auf 10,2 Prozent. Ökonomen hatten mit einer Quote von 9,9 Prozent gerechnet und damit noch kein Überschreiten der Zehn-Prozent-Marke erwartet. Der Anstieg der Arbeitslosenquote sei enttäuschend, und so bleibe der Arbeitsmarkt ein Unsicherheitsfaktor für die Konsumnachfrage, schreibt die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) in einer Studie. Auch nach Einschätzung der NordLB bleibt der Arbeitsmarkt die Achillesferse der US-Konjunktur. Mit dem Anstieg der Arbeitslosenquote auf 10,2 Prozent werde erstmals seit 26 Jahren wieder ein zweistelliges Niveau erreicht. Die Gefahr bleibe bestehen, dass dies den privaten Konsum und damit auch die Gesamtwirtschaft belasten könne.
Die Zahl der Beschäftigten ausserhalb der Landwirtschaft ist im Oktober im Vergleich zum Vormonat 190.000 Stellen gesunken. Volkswirte hatten mit 175.000 Stellenstreichungen gerechnet. Der Stellenabbau in den beiden Vormonaten wurde jedoch mit insgesamt 91.000 Stellen deutlich geringer als bislang ausgewiesen. Für September ergibt sich demnach ein Abbau von 219.000 statt bislang 263.000 Stellen. Im August lag das Minus bei revidiert 154.000 (201.000) Arbeitsplätzen.
Der Beschäftigungsabbau wird nach Einschätzung der Commerzbank in den nächsten Monaten nachlassen. "Im Frühjahr könnte er dann zum Stillstand kommen", sagte Commerzbank-Volkswirt Bernd Weidensteiner am Freitag. "Die Quote könnte jedoch noch etwas länger steigen, da die USA einen Bevölkerungszuwachs haben." Eine grundsätzlich bessere Situation vermag DekaBank-Experte Rudolf Besch noch nicht erkennen. "Im Durchschnitt der letzten drei Monate ist die Beschäftigung um rund 190.000 Stellen zurückgegangen. Das ist zwar nicht dramatisch, aber auch alles andere als gut." Positiv stimme indes die etwas günstigere Lohnentwicklung.
Die Stundenlöhne sind im Oktober stärker als erwartet gestiegen. Die Löhne seien durchschnittlich um 0,3 Prozent auf 18,72 US-Dollar je Stunde. Volkswirte hatten mit einem Anstieg um 0,1 Prozent gerechnet. Im Vormonat waren sie noch um 0,1 Prozent geklettert. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit verharrte bei 33 Stunden./js/bf

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