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LUXEMBURG/PEKING/WASHINGTON (awp international) - Steigende Benzin- und Lebensmittelpreise heizen weltweit die Inflation an und schüren die Sorge um das Wirtschaftswachstum. Vor allem Chinas Wirtschaft läuft auf Hochtouren und droht zu überhitzen. Die Teuerung erreichte dort im März mit 5,4 Prozent den höchsten Stand seit fast drei Jahren, berichtete das Statistikamt am Freitag in Peking. In den USA und in den 17 Euro-Ländern stieg das Preisniveau auf Jahressicht um 2,7 Prozent. Das bedeutete im Euro-Raum einen neuen Höchststand seit zweieinhalb Jahren.
Grosse Zentralbanken wie die Europäische Zentralbank (EZB) versuchen, mit Zinserhöhungen die Teuerung in den Griff zu bekommen. Experten erwarten von der EZB noch ein bis zwei Zinsschritte in diesem Jahr. In den USA sieht es allerdings derzeit noch nicht nach schnellen Zinserhöhungen aus, vielmehr wird die lockere Geldpolitik fortgeführt.
Der Preisauftrieb gefährdet den Aufschwung, weil die Verbraucher wegen der Mehrausgaben an der Zapfsäule und im Supermarkt auf andere Konsumausgaben verzichten müssen.
Bundesbank-Chef Axel Weber sieht einen sich verbreiternden Preisanstieg als Folge des Konjunkturaufschwungs. In der zweiten Jahreshälfte dürften die Verbraucherpreise in Deutschland in einigen Monaten sogar um mehr als drei Prozent zulegen, sagte Weber vor dem Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der führenden Wirtschaftsmächte (G20) in Washington. Weber rechnet dann aber wieder mit einer Abschwächung des Preisanstiegs, so dass in diesem Jahr im Schnitt 2,5 Prozent zu erwarten seien.
In China nehmen trotz massiver Bremsmanöver Wachstum und Inflation schneller zu als erwartet. Laut nationalem Statistikamt wuchs die Wirtschaft im ersten Quartal weiter um 9,7 Prozent, obwohl die Regierung das Wachstum eigentlich deutlich drosseln wollte. Die Nahrungsmittelpreise kletterten auf Jahressicht um 11,7 Prozent, was in der Bevölkerung für erheblichen Unmut sorgt.
Ministerpräsident Wen Jiabao nannte den Kampf gegen die Inflation die "drängendste Aufgabe" seiner Regierung, wie die Staatsmedien berichteten: "Wir dürfen in unserer Wachsamkeit niemals nachlassen." Ursprünglich sollte der Anstieg der Verbraucherpreise bei vier Prozent eingegrenzt werden. Der Preisdruck werde durch steigende Weltmarktpreise für Rohstoffe und höhere Arbeitskosten in China noch anhalten. Die Verbraucherpreise kletterten im gesamten ersten Quartal um fünf Prozent. Experten rechnen jetzt mit weiteren Erhöhungen der Leitzinsen und der Mindestanforderungen des Bankenkapitals.
In den USA kletterte die saisonbereinigte Inflationsrate im März im Vergleich zum Vormonat um 0,5 Prozent. Die jährliche Teuerung betrug 2,7 Prozent, teilte das US-Arbeitsministerium mit. Damit stiegen die Preise im neunten Monat hintereinander an. Benzin- und Lebensmittelpreise machten allein drei Viertel des Anstiegs aus.
In den 17 Euro-Ländern stieg die Inflation schneller als zuvor angenommen. Die jährliche Teuerung betrug im März 2,7 statt der zunächst gemeldeten 2,6 Prozent, meldete die Europäische Statistikbehörde Eurostat in Luxemburg. Im Februar hatte der Wert erst 2,4 Prozent betragen. Der Preisauftrieb ist damit so stark wie seit Oktober 2008 (3,2 Prozent) nicht mehr.
Volkswirte gaben allerdings Entwarnung: Der steile Anstieg der Euro-Rate habe vor allem statistische Ursachen. So sei die Erfassung von Bekleidung in Italien und Spanien dem EU-Standard angepasst worden. "In den nächsten Monaten wird die Inflationsrate wieder leicht zurückgehen", schrieben Analysten der Commerzbank . Der März sei wohl der Höhepunkt der Inflation im laufenden Jahr gewesen.
Weil die Inflation den Aufschwung bedroht, hat die EZB bereits vor einer Woche den Leitzins um 0,25 Punkte auf 1,25 Prozent angehoben. Es war der erste Zinsschritt seit fast genau zwei Jahren und setzte der Politik des extrem billigen Geldes ein Ende. Weitere Zinserhöhungen dürften demnächst folgen./mt/lw/pm/DP/jkr

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