Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

BERLIN (awp international) - Eine straffere Geldpolitik aus Furcht vor steigender Inflation wird derzeit nach Einschätzung des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) deutlich mehr schaden als nutzen. "Auch Warnungen vor angeblich drohenden Zweitrundeneffekten durch höhere Lohnabschlüsse sind nicht gerechtfertigt", sagte der Direktor des gewerkschaftsnahen Instituts am Mittwoch. "Weder die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) noch die absehbare Lohnentwicklung stellen ein ernsthaftes Risiko für die Geldwertstabilität dar." Auch der starke Anstieg der Staatsverschuldung durch die Finanz- und Wirtschaftskrise erzeugt laut Horn im Euroraum keinen Inflationsdruck.
Laut einer Studie des IMK werden vor allem in Deutschland die Inflationsgefahren deutlich überschätzt. Dass die Preise in den vergangenen Monaten wieder schneller steigen als in der Wirtschaftskrise, habe nichts mit konjunktureller Überhitzung zu tun oder mit Lohn-Preis-Spiralen, sondern allein mit Preisausschlägen bei Energie, Rohstoffen und Lebensmitteln. "Die Verbraucher ärgern sich natürlich, wenn Benzin oder Gemüse spürbar teurer werden. Aber EZB-Präsident Jean-Claude Trichet setzt die richtigen Prioritäten, wenn er die konjunkturstützende Geldpolitik der EZB fortsetzt", so Horn. "Schliesslich liegt die Preisentwicklung nach wie vor im Rahmen des Akzeptablen. Das Wachstum tut das nicht."
In der Eurozone werde lediglich Deutschland in diesem Jahr mit voraussichtlich 2,5 Prozent ein befriedigendes Wirtschaftswachstum erzielen dürfte. Rechne man die Bundesrepublik heraus, bewege sich die Wirtschaftsentwicklung in der Währungsunion in diesem Jahr mit 0,6 Prozent Zuwachs nahe an der Stagnation. "Höhere Energiepreise belasten die schwache Konjunktur zusätzlich. Höhere Leitzinsen könnten der Erholung im Euroraum den Rest geben, ohne die Preisentwicklung nennenswert zu bremsen", warnt Horn. "Die Preisbildung an den internationalen Rohstoffmärkten kann die EZB ja höchstens indirekt beeinflussen, die politische Entwicklung im Nahen Osten gar nicht."/jsl/jkr

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.

swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

???source_awp???