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Ecuador: Schweizer helfen dem Tourismus nach

ecuadorline.de

Europäische Einwanderer prägen in Ecuador die Tourismus-Branche. Viele Schweizer Manager und Investoren sind in diesem Sektor aktiv.

Dieser Inhalt wurde am 07. März 2003 - 21:53 publiziert

Der Fremdenverkehr in Ecuador gilt als stabiler als in manch anderen Ländern Lateinamerikas.

"Etwa 2000 Bewohner Ecuadors haben einen Schweizer Pass oder Schweizer Wurzeln", schätzt Alfredo Cajas-Marti. "Und viele von ihnen helfen dem Fremdenverkehr auf die Sprünge."

Der 54-Jährige, der dreissig Jahre in Zürich und Appenzell lebte, offeriert auf seiner "Hacienda San Pedro" bei Otavalo Farm- und Gesundheitsferien, "Turismo curativo". Dazu gehört die medizinische Stimulierung von Muskeln und Nerven.

Bei Schweizern beliebt

"Ecuador ist seit je eines der beliebtesten Auswanderungsländer der Schweizer", sagt Cajas-Marti. Er sieht im Fremdenverkehr noch grosses Potenzial.

So im Ökotourismus in den Anden, am Amazonas und auf den Galapagos-Inseln, bei den Badeferien am Pazifik sowie bei den Gesundheitsferien.

Für Ecuadors Fremdenverkehr sähe es besser aus, wenn der Staat mehr private Initiativen fördern und die Bürokratie bekämpfen würde, sagen Experten übereinstimmend. Nötig sei auch ein stärkeres Marketing im Ausland.

Staatliche Impulse gefordert

"Der Staat macht viel zu wenig", sagt der General Manager des Luxushotels "Oro Verde" in Guayaquil, Martin Santschi. Die Oro Verde Gruppe betreibt fünf Hotels in Ecuador.

Sie gehören einheimischen Familien. Die Gruppe wurde von Caspar Manz aufgebaut, dem Eigentümer des Hotels St. Gotthard in Zürich.

Santschi hofft, bald an alte Zeiten anknüpfen zu können. "Vor vier Jahren hatten wir 75 Prozent Auslastung, letztes Jahr noch um die 50 Prozent."

Der 42-jährige Thuner setzt dabei auf neue private Engagements für Touristen aus der Schweiz, aus Deutschland und Österreich.

Dazu gehört "ecuadorline". Von der Promotion dieser Kooperation profitiere er stark im deutschsprachigen Raum, sagt Santschi.

Sein Hotel ist eines von 35 "ecuadorline"-Mitgliedern. Geschäftsführer Gunther Neubert sagt, dass "ecuadorline" neues Interesse für das Land geweckt habe.

Internationales Vertrauen

Mitglied ist auch der Bayer Peter Schramm, Mitinhaber des kleinen Hotels "Izhcayluma" in Vilcabamba. "Ich glaube, das Engagement vieler Deutscher und Schweizer im Tourismus wirbt für internationales Vertrauen", sagt der 30-Jährige.

Ernest Röthlisberger, Geschäftsführer im "Oro Verde" in Cuenca, ist erleichtert, dass in Ecuador die Wirtschaftsprobleme nicht so gross sind wie etwa in Argentinien.

"Jetzt blicken wir nach vorn", sagt der 54-jährige Rapperswiler.

Gut dreissig Schweizer Geschäftsleute leben in der drittgrössten Stadt Ecuadors, erzählt der Bieler Eric Meyer, ebenfalls Manager im "Oro Verde".

"Die arbeiten in der Hotelbranche, im Ökotourismus, in der Telekommunikation."

Neue Märkte auf Galapagos

Auch auf Galapagos, dem "Flaggschiff" des Ecuador-Tourismus, würden neue Märkte erschlossen, sagt Juan Roberto Schiess, Präsident der Tourismuskammer des Archipels.

Der 43-Jährige hat ebenfalls Schweizer Wurzeln: Seine Mutter stammt aus Bern, sein Vater aus Appenzell.

Schiess will den Tauch-Markt verstärkt umwerben. Denn auf vielen kleinen Inseln sei die Kapazität für Besucher bald erschöpft.

Etwa jeder siebte ausländische Ecuador-Tourist macht einen Abstecher auf die Galapagos-Inseln, fast tausend Kilometer vom Festland entfernt.

Schweizer bringen Devisen

Ecuadors Tourismus-Branche rangiert bei den Devisen-Einnahmen hinter Erdöl und Bananen inzwischen auf Platz drei - und soll in zehn Jahren Nummer eins sein, wie Vize-Tourismusminister Mateo Estrella Durán sagt.

Schweizer Touristen stellten ein enormes Potenzial dar: "Sie bleiben vergleichsweise lange und gehören zu den Gästen, die deutlich mehr Geld ausgeben als der Durchschnitts-Tourist."

swissinfo und Agenturen

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