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Zürich (awp) - Die Privatbankengruppe EFG International ist im vergangenen Geschäftsjahr wie erwartet tief in die roten Zahlen gefallen. Nachdem das Institut (wie schon bekannt) im ersten Halbjahr eine Wertberichtigung von 859,5 Mio CHF auf ihrem Hedge Fund-Geschäft vornehmen musste, resultierte für das Gesamtjahr ein Verlust nach IFRS von 741,7 Mio CHF, wie das Institut am Mittwoch mitteilte. Im Vorjahr hatte EFG auf vergleichbarer Basis noch einen Gewinn von 76,6 Mio CHF geschrieben.
Werden die Sonderfaktoren ausgeklammert, erarbeitete das Institut einen so genannten Kerngewinn von 172,0 Mio CHF nach 191,8 Mio CHF. Trotz Millionenverlust kommen die Aktionäre in den Genuss einer unveränderten Dividende von 0,10 CHF je Aktie.
Zurückgebunden wurde das Institut im vergangenen Jahr auch durch den starken Schweizer Franken. So sank die Vermögensbasis per Ende Jahr auf 84,8 Mrd CHF nach 86,2 Mrd CHF per Ende 2009. Damit konnte das Nettoneugeld von 9,7 Mrd CHF (nach 6,3 Mrd CHF im Vorjahr) die negativen Währungseffekte nicht ganz wettmachen.
Die Kern-Erträge schrumpften in der Berichtsperiode auf 808,1 (859,1) Mio CHF und der Kern-Geschäftsaufwand stieg auf 662,1 (653,4) Mio CHF. Daraus errechnet sich eine Cost/Income-Ratio von 85,2% nach 79% im Vorjahr. Die Kern-Gewinnmarge auf den verwalteten Vermögen belief sich auf 94 Basispunkte (BP) nach 107 BP im 2009.
Die Tier 1 Ratio wird mit 14,0% nach 13,7% per Ende 2009 ausgewiesen.
Mit dem ausgewiesenen Zahlenset hat die Bank die Erwartungen der Marktbeobachter nur teilweise erfüllt. Im Durchschnitt rechneten die Experten mit einem Betriebsertrag von 822,1 Mio CHF, einem Kerngewinn von 163,5 Mio CHF und einem Reinergebnis nach IFRS von -760,3 Mio CHF. Das Neugeld wurde auf 10,1 Mrd CHF und die Kundengelder auf 87,8 Mrd CHF geschätzt.
Gestützt auf die aktuellen Wirtschafts- und Marktbedingungen, bekräftigt EFG International ihre für die nächsten zwei bis drei Jahren definierten strategischen Zielsetzungen. So sollen die Netto-Neugelder von Privatkunden jährlich im zweistelligen Prozentbereich wachsen. Auf den Kundengeldern soll mittelfristig eine Gewinnmarge von 100 Basispunkten (BP) erwirtschaftet werden und das Kosten-Ertragsverhältnis soll schrittweise unter die Marke von 70% gesenkt werden.
Ausserdem soll der so genannte "Kern-Reingewinn" im Geschäftsjahr 2011 mindestens 200 Mio CHF betragen und hernach im Einklang mit der erwarteten Ertragsentwicklung weiter ansteigen. Die BIZ Kernkapitalquote (Tier 1) soll bis zum Jahr 2012 auf mindestens 16% steigen. Zudem will das Unternehmen pro Jahr die Zahl an Kundenberatern um 25 bis 50 erhöhen.
pf/uh

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