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Zürich (awp) - Die Privatbankengruppe EFG ist im ersten Halbjahr 2010 aufgrund von Wertberichtigungen im hohen dreistelligen Millionenbereich tief in die Verlustzone gerutscht. Unter dem Strich resultierte damit einen Verlust (für die ordentlichen Aktionäre) von 809,8 Mio CHF. Unter Ausklammerung der Sonderfaktoren erarbeitete das Institut einen (sogenannten) Kerngewinn von 88,4 Mio CHF, was gegenüber der Vorjahresperiode einem Anstieg von 17% entspricht, wie EFG am Mittwoch mitteilte.
Die Wertberichtigungen wurden auf den drei spezialisierten Produktebereiche MBAM (Hedge-Fund-Manager), CMA (Funds-of-Hedge-Funds-Manager) und DSAM (strukturierte Produkte) vorgenommen, und zwar aufgrund des anhaltend unbefriedigenden Beitrags sowie des unsicheren Ausblicks dieser Bereiche, wie es zur Begründung heisst.
Die Bank habe daher im Sinne eines konservativen Ansatzes entschieden, den vollen Goodwill und die immateriellen Vermögenswerte im Zusammenhang mit CMA (210 Mio CHF) sowie den gesamten nicht-Private-Banking-bezogenen Goodwill und die entsprechenden immateriellen Vermögenswerte von DSAM (168 Mio CHF) abzuschreiben. Hinsichtlich MBAM, deren Beteiligung EFG jüngst abgestossen hat, wurde die unbefristete Ertragsbeteiligung, die in der Bilanz als Vermögenswert geführt wurde, vollständig abgeschrieben (499 Mio CHF).
Die Abschreibungen über total 859,5 Mio CHF habe aber keine Auswirkungen auf den Cashflow sowie das Eigenkapital, so die Bank. Gleichzeitig gibt sich EFG zuversichtlich, dass die drei Produktgeschäfte in einem verbesserten Marktumfeld wieder positiv zum Ergebnis beitragen werden.
Trotz Millionenabschreiber zeigt sich das Management für die Zukunft zuversichtlich. "Das Geschäftsumfeld im 2010 war bisher schwieriger als zu Jahresbeginn erwartet. Unsere Fähigkeit, neue Vermögen anzuziehen, war aber weiter stark, wie das Wachstum in den meisten unserer Private-Banking-Bereiche unterstreicht", wird CEO Lonnie Howell in der Mitteilung zitiert.
Seinen Optimismus begründet der Bankchef insbesondere durch den guten Neugeldzufluss. Auch im ersten Semester konnte die Bankengruppe Neugelder anziehen. So floss EFG in der Berichtsperiode netto 5,0 Mrd CHF nach 2,2 Mrd CHF im Vorjahr zu. Der Zufluss aus dem Privatkunden-Geschäft summierte sich auf 6,3 Mrd CHF.
Die ertragsgenerierenden Kundenvermögen per Mitte Jahr werden mit 87,5 Mrd CHF ausgewiesen, dies nach 86,2 Mrd CHF per Ende 2009 respektive nach 80,4 Mrd per Ende Juni 2009. Die Bruttomarge auf den verwalteten Vermögen belief sich dabei auf 92 BP nach 107 BP.
EFG erarbeitete einen Kern-Bruttoertrag von 407,1 Mio CHF, was gegenüber der Vorjahresperiode einem Minus von 1% entspricht. Dem stehen Kern-Kosten von unverändert 321,0 Mio CHF gegenüber. Daraus errechnet sich eine Cost/Income-Ratio von 81,5% nach 80,6% in der Vergleichsperiode.
Die Tier 1 Ratio per Mitte Jahr wird mit 13,0% nach 13,7% per Ende 2009 angegeben.
In Zukunft will sich die Bankengruppe wieder auf das Private-Banking-Geschäft fokussieren und hat sich daher für die nächsten drei Jahre neue strategische Ziele gesetzt. So sollen die Netto-Neugelder von Privatkunden jährlich im zweistelligen Prozentbereich wachsen. Auf den Kundengeldern soll mittelfristig eine Gewinnmarge von 100 Basispunkten (BP) erwirtschaftet werden und das Kosten-Ertragsverhältnis soll schrittweise unter die Marke von 70% gesenkt werden.
Ausserdem soll der so genannte "Kern-Reingewinn" im Geschäftjahr 2011 mindestens 200 Mio CHF betragen und hernach im Einklang mit der erwarteten Ertragsentwicklung weiter ansteigen. Die BIZ Kernkapitalquote (Tier 1) soll bis zum Jahr 2012 auf mindestens 16% steigen. Zudem will das Unternehmen pro Jahr die Zahl an Kundenberatern um 25 bis 50 erhöhen.
Neben den Zahlen gab die Bank den Rücktritt ihres bisherigen CFO, Rudy van den Steen, per 1. Oktober 2010 bekannt. Seine Nachfolge tritt Jean-Christophe Pernollet an, der auch in das Exekutiv Komittee Einsitz nehmen wird. Van den Steen wird dem Institut weiterhin für strategische Projekte zur Verfügung stehen, teilte EFG mit.
pf/uh

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