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Zürich (awp) - Die Privatbankengruppe EFG International hat ein rabenschwarzes Jahr hinter sich: Sie ist wegen Wertberichtigungen auf ihrem Hedge Fund-Geschäft tief in die roten Zahlen gerutscht. Zusätzlich machte dem Institut der starke Schweizer Franken, der sowohl ein Loch in die Vermögensbasis riss, als auch operativ seine Spuren hinterliess, das Leben schwer. Als Lichtblick präsentiert sich hingegen der Neugeldzufluss, der sich im Sektorvergleich weiterhin stark ausnimmt.
Die schlechten Nachrichten kommen jedoch nicht überraschend, waren doch die Wertberichtigungen über total 858,5 Mio CHF bereits im vergangenen Juli bekannt gegeben worden. Dennoch zeigen sich die Marktbeobachter vom ausgewiesenen Zahlenset wenig angetan. Rechne man alle Sonderfaktoren heraus, sei das Ergebnis hinter den Erwartungen geblieben, so der Tenor. Als ermutigendes Zeichen deuten die Analysten hingegen die Bestätigung der Finanzziele - insbesondere dasjenige, im laufenden Jahr einen Kerngewinn von 200 Mio CHF zu erarbeiten.
MANAGEMENT VOM ERGEBNIS 2010 ENTTÄUSCHT - OPTIMISTISCHER AUSBLICK
Auch das Management ist mit dem vergangenen Geschäftsjahr nicht zufrieden. Trotz den operativen Verbesserungen im zweiten Halbjahr sei das Jahr enttäuschend, gab CEO Lawrence Howell am Mittwoch in Zürich anlässlich der Präsentation der Zahlen zu Protokoll. Positiv sei aber, dass der Abschreiber im ersten Halbjahr das operative Geschäft kaum beeinträchtigt habe.
Vor diesem Hintergrund zeigte sich Howell optimistisch, dass das laufende Jahr wieder in normaleren Bahnen verläuft. Der Risikoappetit der Kunden habe in den vergangenen Monaten wieder zugenommen, der Neugeldzufluss angehalten und das Kerngeschäft in den ersten Monaten 2011 gute operative Resultate erzielt, führte der Bankenchef aus.
FRANKENSTÄRKE BELASTET VERMÖGENSBASIS UND OPERATIVES GESCHÄFT
Nicht nur Wertberichtigungen belasteten 2010 das Ergebnis der Bankengruppe, sondern auch die Frankenstärke band das Unternehmen zurück. So rissen die Währungseffekte ein Loch von 10,1 Mrd CHF in die Vermögensbasis, was auch durch das Nettoneugeld von 9,7 Mrd (VJ 6,3) Mrd CHF nicht ganz wettgemacht werden konnte. Zusätzlich wurden Gelder eines grossen Kunden in Lateinamerika verstaatlicht, was die Vermögensbasis zusätzlich mit 1,9 Mrd CHF belastet. Insgesamt schrumpften damit die verwalteten Gelder innert Jahresfrist um 1,6% auf 84,8 Mrd CHF.
Die Frankenstärke hinterliess auch im operativen Ergebnis ihre Spuren, da rund 40% des Geschäftsaufwandes, aber nur 5% der Erträge in dieser Währung anfallen. Diese Tatsache schmälerte alleine im zweiten Halbjahr die Ertragskraft um 38 Mio CHF und belastete das Resultat unter dem Strich mit 21 Mio CHF.
Insgesamt schrumpften die um Sondereffekte adjustierten Erträge um 6% auf 808,1 Mio CHF und der Aufwand stieg um 1% auf 662,1 Mio CHF. Damit verschlechterte sich die Cost/Income-Ratio auf 85,2% nach 79% im Vorjahr.
Damit resultierte unter dem Strich, d.h. inklusive Wertberichtigungen und nach Minderheiten, ein Verlust nach IFRS über 741,7 Mio CHF. Im Vorjahr hatte EFG auf vergleichbarer Basis noch einen Gewinn von 76,6 Mio CHF geschrieben. Werden die Sonderfaktoren ausgeklammert, erarbeitete das Institut einen so genannten Kerngewinn von 172,0 Mio CHF nach 191,8 Mio CHF.
Trotz Millionenverlust kommen die Aktionäre in den Genuss einer unveränderten Dividende von 0,10 CHF je Aktie. Diese soll aus den Kapitaleinlagen-Reserven bezahlt werden und damit steuerfrei sein. Insgesamt bezifferte das Institut ihre Reserven aus Kapitaleinlagen auf 1,8 Mrd CHF.
AKTIEN NOTIEREN NACH ZAHLEN DEUTLICH IM PLUS
Trotz der meist skeptischen Kommentare der Marktbeobachter gewinnen die Aktien von EFG International am Mittwoch deutlich an Terrain. Nach einer Handelseröffnung im Plus konnte das Papier seine Gewinne kontinuierlich ausbauen und notiert gegen 13.20 Uhr bei 14,20 CHF (+5,2%). Trotz dieser positiven Reaktion hat die Aktie in den letzten zwölf Monaten knapp 14% verloren.
pf/uh

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