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Zürich (awp) - Die Privatbankengruppe EFG International ist von ihrer Vergangenheit eingeholt worden und musste auf ihrem Hedge Fund-Geschäft einen millionenschweren Abschreiber vornehmen. Die Bilanzbereinigung führt zu einem Konzernverlust im ersten Semester von knapp 810 Mio CHF. Der klare Schnitt wird von vielen Marktbeobachtern zwar begrüsst, aber Sorgen bereitet den Experten die sinkende Profitabilität. Gelobt wird hingegen der Neugeldzufluss. Dennoch stürzt die Aktie ab.
Nicht ganz so düster präsentiert sich das Bild wenn die Abschreiber ausgeklammert werden: Der so genannte Kerngewinn belief sich ohne Sondereffekte gemäss EFG auf 88,4 Mio CHF, was einem Anstieg gegenüber der Vorjahresperiode um 17% entspricht.
RÜCKBESINNUNG AUF PRIVATKUNDEN-GESCHÄFT; KEINE WEITEREN ABSCHREIBER ERWARTET
Mit der heutigen Bilanzbereinigung wird gleichzeitig die frühere Expansionsstrategie in das Hedge Fund-Geschäft begraben. Bereits im Mai hat die Bank ihre Beteiligung am Hedge Fund Manager Marble Bar Asset Management (MBAM) abgestossen, nun soll auch das Funds of Hedge Funds-Geschäft CMA umstrukturiert werden und in das Asset Management eingegliedert werden.
Wie EFG-CEO Lonnie Howell am Mittwoch in Zürich vor Medien und Analysten erklärte, will sich das Institut damit künftig wieder auf das Privatkundengeschäft fokussieren. Die strategische Kehrtwende kommt die Bank mit knapp 860 Mio CHF jedoch teuer zu stehen.
Der Entscheid, Wertberichtigungen vorzunehmen, sei erst im Juni gefallen, erklärte Howell im Gespräch mit AWP. Angesichts des schwierigen Marktumfeldes sowie der fehlenden Nachfrage für Hedge Fund-Prodkute sei zu diesem Zeitpunkt klar geworden, dass die Annahmen bezüglich der künftigen Ertragsentwicklung nicht mehr realistisch seien. Daher habe man sich entschieden, einen sauberen Schnitt vorzunehmen. Die Wertberichtigungen seien zudem konservativ angesetzt worden, weshalb er keine weiteren Abschreiber erwarte.
ENTTÄUSCHENDE RESULTATE; LICHTBLICK NEUGELDZUFLUSS
Nicht glücklich zeigte sich Howell auch mit dem operativen Ergebnis. So sank die Bruttomarge auf 92 Basispunkte nach 107 Basispunkten im Vorjahr und der Ertrag sank im Vorjahresvergleich um 1% auf 407,1 Mio CHF. Die Ertragskraft sei durch den starken Franken, das niedrige Zinsumfeld, die Präferenz der Kunden für Bareinlagen sowie die tiefe Kundenaktivität zurückgebunden worden, begründete die Bank das Resultat. Gleichzeitig hat sich das Institut, basierend auf dem aktuellen wirtschaftlichen Umfeld, mittelfristig etwas moderatere Ziele gesetzt.
Dennoch glaubt Bankchef Howell weiterhin an die Zukunft von EFG. Denn die Bank sei in einem langfristig attraktiven Markt aktiv und geografisch breit diversifiziert.
Sein Optimismus gründet vor allem auf den anhaltenden Neugeldzufluss. So vermochte die Bank im ersten Semester Neugelder von netto 5,0 Mrd CHF anzuziehen, was einer deutlichen Steigerung gegenüber der Vorjahresperiode gleichkommt, als lediglich 2,2 Mrd CHF in die Kasse flossen. Der Zufluss aus dem Privatkunden-Geschäft summierte sich gar auf 6,3 Mrd CHF, was einer annualisierten Zuwachsrate von 16% entspricht.
Zum Neugeld hätten alle Regionen mit Ausnahme der Schweiz beigetragen, erläuterte das EFG-Management. In der Schweiz seien im Gegenteil Gelder abgeflossen. Dies angesichts der anhaltenden Diskussionen um das Schweizer Bankgeheimnis sowie den Unsicherheiten im Zusammenhang mit der künftigen Ausgestaltung des regulatorischen Umfelds.
Belastet wurden die verwalteten Kundengelder demgegenüber durch negativen Währungs- und Markteinflüsse von total 2,2 Mrd CHF. Daneben schmälerten Abflüsse aus dem Hedge Funds-Geschäft und die Dekonsolidierung von MBAM die Vermögensbasis um 2,8 Mrd CHF. Damit verwaltete das Institut per Ende Juni 87,5 Mrd CHF, nach 86,2 Mrd CHF per Ende 2009.
MARKT STRAFT AKTIE AB
Auf wenig Goodwill sind die ausgewiesenen Zahlen im Markt gestossen. Nachdem die Aktie zur Eröffnung rund 12% verlor, sackte die Aktie gegen 13.30 Uhr um fast 25% auf 11,65 CHF. Gegen 14.20 Uhr notiert EFG auf 12,50 CHF, was einem Minus von rund 20,6% entspricht.
pf/ra

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