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STUTTGART (awp international) - Der Automobilzulieferer ElringKlinger will seinen Wachstumskurs in den nächsten Jahren fortsetzen und sich dazu auch mit weiteren Zukäufen verstärken. Derzeit befinde sich das Unternehmen in weit fortgeschrittenen Verhandlungen zur Übernahme des Schweizer Abgasspezialisten Hug Engineering, wie ElringKlinger am Dienstag mittelte. Für 2010 sollen die Aktionäre mit einer Dividende von 0,35 Euro belohnt werden, nach 0,20 Euro im Vorjahr. Damit liege die Ausschüttungsquote bei 60 Prozent.
An der Börse wurden die Neuigkeiten gut aufgenommen. Im frühen Handel legten die Papiere der im MDax notierten Gesellschaft um fast zwei Prozent zu.
Hug stellt Katalysatoren und Dieselpartikelfilter her und kommt auf einen Jahresumsatz von rund 46 Millionen Euro. Die Mehrheitsübernahme könnte kurzfristig erfolgen, hiess es weiter. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die erworbenen Aktivitäten sollen in die ElringKlinger-Gruppe integriert werden und vor allem im Nutzfahrzeugbereich sowie bei Off-road-Fahrzeugen und stationären Motoren zum Einsatz kommen.
Im vergangenen Jahr hatte der Hersteller von Zylinderkopf- und Spezialdichtungen dank der angezogenen Autokonjunktur einen Rekordumsatz von 796 Millionen Euro erzielt, ein Plus von 37 Prozent zum Vorjahr. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) legte von 63 Millionen auf 107 Millionen zu. Unterm Strich blieben abzüglich der Minderheitsanteile rund 66 Millionen Euro, fast doppelt so viel wie ein Jahr zuvor.
Belastend wirkten sich 2010 Wechselkurseffekte, Kosten für Standortverlagerungen in Europa und China sowie für die Schliessung des spanischen Vertriebsgeschäfts aus. Auch wurden Rückstellungen für künftige Lohnkosten gebildet. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung wurden im vergangenen Jahr auf fast 44 Millionen Euro gesteigert. Der Schwerpunkt lag dabei auf dem neuen Geschäftsbereich E-Mobility, das Fahrzeughersteller mit Teilen für Elektroantriebe beliefern soll. "ElringKlinger lebt damit in zwei Welten, in der des optimierten und verbrauchsreduzierten Verbrennungsmotors und in der der zukünftigen Antriebstechnologien", schreibt Konzernchef Stefan Wolf im Brief an die Aktionäre.
Zudem wurden 2010 in Sachanlagen 127 Millionen Euro investiert, vor allem in die chinesischen Standorte. In China beliefert ElringKlinger neben westlichen Autobauern auch zunehmend lokale Hersteller. Im laufenden Jahr sollen die Sachinvestitionen auf 95 Millionen Euro zurückgefahren werden.
Für 2011 hat sich das auf Dichtungen, Hitzeschilde und Kunststoffteile spezialisierte Unternehmen vorgenommen, die Erlöse organisch weiter um fünf bis sieben Prozent zu steigern. Hinzu kommt ein Umsatz von rund 49 Millionen Euro vom jüngst übernommenen Flachdichtungsgeschäft der Freudenberg-Gruppe. ElringKlinger ist mit einem Auftragsbestand von 333 Millionen Euro ins neue Jahr gestartet. Auch in den ersten beiden Monaten 2011 sei der Auftragseingang positiv verlaufen. "Hohe technologische Kompetenz, eine optimale globale Aufstellung und die weltweit zunehmende Bedeutung des Umwelt- und Klimaschutzes bieten ElringKlinger sehr gute Wachstumschancen", schreibt Wolf im Aktionärsbrief.
Das EBIT soll im laufenden Jahr konzernweit um 15 bis 25 Prozent zulegen. Das noch weniger profitable Freudenberg-Geschäft soll bis zum Jahresende auf eine operative Marge von zehn Prozent getrimmt werden. Wegen der noch geringeren Profitabilität des zugekauften Geschäfts erwartet der Unternehmenschef einen Verwässerungseffekt auf die operative Marge des Konzerns von 0,6 bis 0,8 Prozentpunkten. Im vergangenen Jahr wurde eine operative Marge von 14,6 Prozent erzielt. Im nächsten Jahr soll dann wieder eine EBIT-Marge wie vor der Krise von 16 bis 18 Prozent erreicht werden. Die Erlöse sollen 2012 organisch erneut um fünf bis sieben Prozent wachsen./dct/jha/tw

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