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Emotionaler Urnen-Entscheid

(swissinfo.ch)

Soll ein Schwangerschafts-Abbruch legalisiert oder verboten werden? Die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben dieses Wochenende die Weichen gestellt, wie die Abtreibungsfrage künftig geregelt werden soll.

Die Vorlagen könnten gegensätzlicher nicht sein: Die Fristenregelung will einen Schwangerschaftsabbruch innert der ersten 12 Wochen erlauben, wenn sich die Mutter in einer Notlage befindet. Damit soll das 60-jährige Gesetz der heutigen Realität angepasst werden.

Die Volksinitiative "für Mutter und Kind - für den Schutz des ungeborenen Kindes und für die Hilfe an seine Mutter in Not" verlangt ein striktes Abtreibungsverbot - auch nach einer Vergewaltigung. Nur wenn die Mutter durch die Schwangerschaft in Lebensgefahr gerät, ist ein Abbruch zulässig.

Nicht zum ersten Mal

Abstimmungen über ein Abtreibungsverbot und eine Fristenregelung (damals Fristenlösung genannt) fanden bereits in den Jahren 1985 beziehungsweise 1977 statt. Beide Vorlagen wurden abgelehnt.

Bei den beiden Abstimmungsvorlagen vom 2. Juni handelt es sich um Vorlagen unterschiedlicher Normenstufe. Will heissen: Kommt es zu einem doppelten Ja, so würde die Initiative gelten, da sie die Verfassung ändert.

Viel Emotionen im Abstimmungskampf

Allgemein wurde ein emotionaler und vor allem ein heftiger Abstimmungskampf erwartet, ging es doch um den Bauch der Frau und - je nach Meinung - um das Leben. Die Debatte fiel ruhiger aus als befürchtet.

Zwar wurden Exponentinnen der Fristenregelung mit e-mails und auch Drohungen bombardiert. Eine in alle 3,6 Millionen Schweizer Haushalte verteilte Broschüre enthielt Halbwahrheiten bis falsche Behauptungen über die Fristenregelungen und ihre Auswirkungen.

Kleine Kinder liefen durch Strassen - Plakate umgehängt mit der Aufschrift: "Danke Papa, dass du dich für das Leben entschieden hast." Insgesamt hat der Verein "Schweizerische Hilfe für Mutter und Kind" rund 3 Mio. Franken - vor allem Spendengelder - in die Abstimmungskampagne für ein Abtreibungsverbot hineingesteckt.

Kantonale und lokale Vorlagen

In zahlreichen Kantonen und Gemeinden der Schweiz fanden Wahlen und Abstimmungen statt. Interessant ist die Vorlage in den Kantonen Waadt und Genf, wo es um eine Kantonsfusion geht.

swissinfo/Schweizer Radio International informiert am Abstimmungs-Sonntag ab 13.30 Uhr Schweizer Zeit laufend über die Ergebnisse der Urnenentscheide. Neben Zahlen und Fakten sind online Reaktionen und Einschätzungen zu lesen und zu hören. Am Sonntagabend geben wir zusätzlich einen Überblick über Resultate von kantonalen und lokalen Abstimmungen.

Rebecca Vermot

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