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KARLSRUHE (awp international) - Trotz der erzwungenen Abschaltung von zwei Atommeilern will der baden-württembergische Energiekonzern EnBW nicht gegen das Moratorium der Bundesregierung klagen. Diese Entscheidung habe der Vorstand nach eingehender Diskussion mit dem Aufsichtsrat am Mittwoch getroffen. Damit stellt sich EnBW gegen den Mitbewerber, den Essener Energiekonzern RWE , der juristisch gegen die vorübergehende Stilllegung von Biblis vorgeht. EnBW hatte vor einem Monat seine Meiler im Zuge des Moratoriums Neckarwestheim I und Philippsburg I heruntergefahren. Neckarwestheim I soll aus wirtschaftlichen Gründen abgeschaltet bleiben.
Das Unternehmen habe zwar erhebliche Zweifel an der Rechtmässigkeit der Anordnung und erleide auch deutliche finanzielle Einbussen, heisst es in einer Mitteilung. Allerdings verzichte man im Blick auf die aktuelle gesellschaftliche Debatte auf juristische Schritte. Dabei habe EnBW den "langfristigen Erhalt der Kundenbeziehungen und die Akzeptanz des Unternehmens in der Gesellschaft und bei politischen Entscheidungsträgern" im Blick.
Die EnBW wertet den Schritt als Beitrag für einen Dialog über die Ausrichtung der Energiepolitik. "Für eine zukunftsfähige Energieinfrastruktur - und dies betrifft die Stromerzeugung ebenso wie die Stromnetze - ist eine gesellschaftliche Akzeptanz grundsätzlich unabdingbar. Diese Akzeptanz gilt es in Deutschland wieder zu stärken." Der Konzern erinnerte daran, dass er bereits vor Wochen eine öffentliche Debatte zur Zukunft der sogenannten Altanlagen angeboten habe. "Mit einem solchen Dialog könnte dann auch die Akzeptanz für den dringend benötigten Netzausbau und auch den Ausbau von Speicherkraftwerken in Deutschland erhöht werden."/sew/DP/chs

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