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DÜSSELDORF (awp international) - Führende deutsche Ökonomen haben scharfe Kritik an EU-Energiekommissar Günther Oettinger und dessen Äusserungen zur Japan-Katastrophe geübt. "Es ist brandgefährlich, wenn sich amtliche Stellen populistischen Dramatisierungen in den Medien anschliessen, um diesen so Gewicht zu geben", sagte der frühere Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und jetzige Direktor des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit, Klaus Zimmermann, am Donnerstag im "Handelsblatt Online".
Oettinger hatte am Mittwoch im EU-Parlament vor "weiteren katastrophalen Ereignissen in den nächsten Stunden" gewarnt. Nach solchen Aussagen müsse man sich nicht wundern, "wenn sich Panik auf die Finanzmärkte transportiert und schliesslich die Weltkonjunktur in Bedrängnis gerät", sagte Zimmermann. Die Äusserungen des EU Energiekommissars seien "sicher nicht hilfreich."
Nach Einschätzung des Direktors des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn, zeigten die heftigen Marktreaktionen auf die Äusserungen Oettingers am Mittwoch zweierlei: "Erstens, wie unprofessionell Kommissar Oettinger kommuniziert hat und zweitens, wie nervös die Grundstimmung der Märkte ist." Letzteres könnte sich nach Horns Überzeugung zu einer "veritablen Belastung" der Weltwirtschaft entwickeln. Wenn die "panische Grundstimmung der Finanzmärkte" nicht rasch eingedämmt werde, brauen sich nach Einschätzung von Horn schwere Belastungen für die Weltwirtschaft über den Kredit- und Kapitalmärkten zusammen". "Dann wäre der weltwirtschaftliche Aufschwung ernsthaft gefährdet", warnte der Ökonom.
Hans Redeker, Chef-Devisenstratege der BNP Paribas, sagte, Oettingers Aussagen hätten die Investoren an den Finanzmärkten verängstigt. "80 Prozent der Kursverwerfungen gehen auf seine Kappe", kritisierte Redeker. Es sei daher "alles andere als hilfreich, wenn offizielle Stellen ausserhalb Japans die Dramatik verschärfen."/jkr/ajx

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