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Entscheidet sich die Messe World Telecom gegen Genf?

(Keystone)

Die Regeln zur Austragungsorts-Zuteilung der grossen Telekommunikations-Messe World Telecom könnten sich gemäss der Tribune de Genève bald ändern.

In einer gleichentags veröffentlichten Mitteilung versichert das Bundesamt für Kommunikation, dieses europäische Projekt nicht zu unterstützen und "solidarisch mit Genf" zu bleiben.

Die Internationale Telekommunikations Union (ITU) hat den Genfer Staatsrat über einen Resolutionsentwurf informiert, der die dauerhafte Austragung der World Telecom in Genf nach 2009 bedrohen würde.

Der Kanton Genf müsse sich energisch einsetzen, dass die Messe dauerhaft in Genf bleibe, sagte Charles Beer, Vizepräsident des Genfer Staatsraates gegenüber der Tageszeitung Tribune de Genève.

Dolchstoss?

Die Tribune de Genève titelt in ihrer Samstagsausgabe: "Telecom: l'incroyable trahison fédérale" – "Telecom: der unglaubliche Verrat des Bundes". Sie behauptet, ein vertrauliches Dokument zu besitzen, gemäss dem das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) im letzten Mai einen Entschliessungsentwurf unterzeichnet habe, der "ein echter Dolchstoss" in Genfs Rücken wäre".

Dieser Entwurf soll neue Regeln enthalten. Eine davon verlangt eine Rotation des Standorts der World Telecom-Messe zwischen verschiedenen Städten. Das ist ein grundsätzlicher Unterschied zum bisher von der ITU praktizierten Ausschreibungssystem.

Die brisante Hypothese der Tribune de Genève: Die Schweiz, die an der Wahl des neuen ITU-Generalsekretärs mit Marc Furrer teilnimmt, dem ehemaligen Bakom-Direktor und Präsident der Eidgenössischen Kommunikations-Kommission (ComCom), wäre bereit, mit dieser Zustimmung Konzessionen an die anderen europäischen Länder, insbesondere Frankreich zu machen.

Die Reformen sollen im kommenden November an der ITU-Regierungs-Bevollmächtigten-Konferenz vorgestellt werden.

Genfer machen mobil

Genf ist laut Charles Beer sehr an einer langfristigen Lösung interessiert. "Wir haben unsere diplomatischen Verbindungen benutzt um zu erreichen, dass sich möglichst viele Staaten unserer Position anschliessen."

Ende Juni sei bereits ein Brief zu diesem Thema an Bundespräsident Moritz Leuenberger geschickt worden, der dem Bundesamt für Kommunikation vorsteht, sagte er weiter.

Gemäss Beer hob Leuenberger in seiner "wohlwollenden" Antwort hervor, dass die Schweiz ihre endgültige Position hinsichtlich dieses Resolutionstextes noch definieren müsse und dass die Genfer Interessen berücksichtigt würden.

Umgehendes Dementi

Die durch die Tribune de Genève erhobenen Vorwürfe wurden vom Bakom umgehend dementiert. Das europäische Projekt, die internationale Telecom-Ausstellung künftig nach einem Rotationssystem statt im bisherigen Ausschreibungsverfahren zu vergeben, werde vom Bakom nicht unterstützt.

Das Bakom habe im letzten Mai seine provisorische Unterschrift unter einen entsprechenden Vorschlag gesetzt, diese aber in der Zwischenzeit wieder zurückgezogen. Die Schweiz werde den Vorschlag an der Konferenz der Regierungsbevollmächtigten der ITU im November nicht unterstützen.

Lange Genfer Tradition

Die erste Telecom-Messe wurde 1971 in Genf, dem Sitz der ITU, durchgeführt. Seit 1995 teilt die ITU den Austragungsort aufgrund eines Ausschreibungsverfahrens zu. Für 2006 hat Hongkong den Zuschlag erhalten.

Genf war dreizehnmal in Folge Austragungsort und hat auch für 2009 den Zuschlag vor Paris, Birmingham und Dubai erhalten.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Die Internationale Telekommunikationsunion (ITU), hat ihren Sitz in Genf.

Sie ist eine internationale Organisation im System der Vereinten Nationen, innerhalb deren die Staaten und der Privatsektor Netze und weltweite Telekommunikationsdienste koordinieren.

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In Kürze

Die letzte Ausgabe der Telecom- Messe in Genf im Jahr 2003 verzeichnete 115'000 Besucher und 900 Aussteller aus etwa fünfzig Ländern. Dies brachte rund 600 Mio. Franken nach Genf und seiner Region.

Heute wird jede Ausrichtung der World Telecom einzeln ausgeschrieben. Der Wegzug der Telecom World nach Hongkong wurde in der Schweiz nicht gern gesehen.

Um die Ausrichtung 2009 zu erhalten wurden in Genf über eine Milliarde Franken investiert, darunter 157 Mio. für die Halle 6 der Palexpo. Rund 500 Mio. wurden für die Renovierung der Hotels aufgewendet, genauso viel für den Flughafen und 38 Mio. Franken für das internationale Konferenzzentrum. Dazu kommen noch Strassenanschlüsse für die Palexpo und der öffentliche Verkehr.

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