Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

DÜSSELDORF (awp international) - Die Veränderungen auf dem Energiemarkt machen dem grössten deutschen Versorger Eon schwer zu schaffen. Der Konzern rechnet in diesem Jahr mit einem Gewinneinbruch. Belastungen wie die Einführung der Atomsteuer in Deutschland sowie Probleme im Gasgeschäft dürften das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis um bis zu einem Drittel nach unten drücken.
Beim geplanten Umbau des Geschäfts sieht sich der Konzern indes auf Kurs. Mehr als die Hälfte der geplanten Verkäufe im Volumen von 15 Milliarden Euro bis 2013 ist bereits geschafft. Vorstandschef Johannes Teyssen äusserte sich am Mittwoch zuversichtlich, dass die Neuausrichtung "ohne Hektik und Aktionismus" gelingen werde. Zum angekündigten Engagement in neuen Märkten hielt er sich weiter bedeckt.
Im laufenden Jahr soll das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes EBITDA) auf 11,2 bis 11,9 Milliarden Euro sinken, nach 13,35 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Der bereinigte Gewinn wird nach Einschätzung des Unternehmens 2011 bei 3,3 bis 4,0 Milliarden Euro liegen, das wäre rund ein Drittel weniger als 2010. Einige Analysten äusserten sich enttäuscht über den Ausblick. Die Aktie verlor bis zum Nachmittag in einem freundlichen Marktumfeld 0,7 Prozent.
2011 BELASTUNGEN AUS ATOMSTEUER UND GASGESCHÄFT
Die Belastungen aus der neuen Brennstoffsteuer für Atomkraftwerke sieht Eon in diesem Jahr bei einer knappen Milliarde Euro. Im Stromverkauf machen sich zudem schlechtere Abschlüsse in den Krisenjahren bemerkbar. Das grösste Problem hat Eon aber im Gasgeschäft. Es droht in der Sparte wegen des Überangebots an Gas bei gleichzeitiger Bindung der Lieferverträge an den Ölpreis ein Verlust von einer Milliarde Euro. 2010 gab es noch ein leichtes Plus von 100 Millionen Euro, aber schon das vierte Quartal lief schlecht. Durch die Ölpreisbindung muss Eon Gas teurer einkaufen als es an den kurzfristigen Spotmärkten gehandelt wird. Die Verhandlungen über bessere Konditionen bei den Lieferanten wie Gazprom laufen bislang ohne grossen Erfolg.
Auch das Jahr 2012 wird noch von den ausserordentlichen Einflüssen geprägt sein. Mit seinem Kostensparprogramm, das bisher 1,1 Milliarden an Einsparungen gebracht hat und bis Ende 2011 auf 1,5 Milliarden Euro kommen soll, will Eon die zusätzlichen Belastungen auffangen. Dazu gehört zum Beispiel die Auslagerung der IT. Bis 2013 sollen noch weitere 600 Millionen Euro eingespart werden.
MIT NEUER STRATEGIE AUF KURS
2013 will Eon wieder ein operatives Ergebnis (bereinigtes EBITDA) von mindestens 13 Milliarden Euro erzielen. Auch der bereinigte Überschuss soll dann wieder auf das Niveau von 2010 kommen. Damit sieht Eon mit mehr Zuversicht in die nahe Zukunft als Wettbewerber RWE . Dieser befürchtet, den bereinigten Gewinn 2013 erst wieder auf die Hälfte des aktuellen Niveaus zu bringen. Anders als Eon strebt RWE aber nicht auf aussereuropäische Märkte.
Bei seinem Umbauprogramm konnte Eon Erfolge melden. Von den geplanten Verkäufen in Höhe von 15 Milliarden Euro sind knapp 9 Milliarden schon gestemmt. Die grössten Brocken sind der der Verkauf des britischen Stromnetzes für 4,9 Milliarden Euro und die 3,5-Prozent-Beteiligung an Gazprom für rund 3,4 Milliarden. Teyssen will Eon von einem primär europäischen Versorger zu einem zunehmend global spezialisierten Anbieter von Energielösungen machen.
2010 ZIELE KNAPP ERREICHT
Mit den Verkäufen will der Konzern die Schulden senken und die Expansion in neue Märkte finanzieren. Welche das sein werden, dazu wollte sich Teyssen nach wie vor nicht äussern. Bis zu 7,5 Milliarden Euro sollen in Schwellenländer fliessen. Es gehe dabei aber nicht um Übernahmen, sondern um den Aufbau von Kraftwerksleistungen mit Partnern, betonte der Eon-Chef erneut. Kreisen zufolge könnten auf der Hauptversammlung im Mai Ergebnisse vorgestellt werden.
Im abgelaufenen Jahr konnte Eon seine selbst gesteckten Ziele nur knapp erreichen. Vorauszahlungen für den Föderfonds für Erneuerbare Energien belasteten unerwartet das Zinsergebnis. So fiel der bereinigte Gewinn um 4 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro. Eon hatte eigentlich höchstens um 3 Prozent zurückfallen wollen. Analysten hatten ebenfalls ein besseres Ergebnis erwartet. Dass es zu einem Rückgang kam, lag auch an höheren Buchgewinnen aus Verkäufen im Vergleichsjahr 2009. Die Dividende soll wie bereits angekündigt wieder bei 1,50 Euro je Aktie liegen, danach hat Eon für zwei Jahre 1,30 Euro versprochen./nmu/enl/she

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.

swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

???source_awp???