EPA und Kiosk AG steigen ins Direkt-Reisegeschäft ein

EPA-Verkäuferinnen und Kioskangestellte werden ihren Kunden künftig Reisekataloge in die Hand drücken: Das Detailhandelsunternehmen EPA und die Valora-Tochter Kiosk AG steigen gemeinsam mit Qualitours ins Direkt-Reisegeschäft ein.

Dieser Inhalt wurde am 12. Januar 2000 - 15:26 publiziert

EPA-Verkäuferinnen und Kioskangestellte werden ihren Kunden künftig Reisekataloge in die Hand drücken: Das Detailhandelsunternehmen EPA und die Valora-Tochter Kiosk AG steigen gemeinsam mit Qualitours ins Direkt-Reisegeschäft ein.

EPA und Valora wollen sich einen Anteil des jährlich rund 1,5 Mrd. Fr. grossen Umsatzes am Direkt-Reisegeschäft in der Schweiz sichern. Schon ab Donnerstag werden sie deshalb ihre bestehende Infrastruktur von über 1300 Verkaufsstellen und ihre täglich 1,4 Millionen starke Kundschaft dazu benützen, für Reisen der Qualitours AG in Zürich zu werben.

Den Kunden wird vom Verkaufspersonal der EPA-Warenhäuser und Kioske Kataloge mit Pauschalangeboten und Kreuzfahrten von Mallorca bis Bali abgegeben. Die Reisen werden anschliessend direkt per Telefon, Fax, Internet oder schriftlich bei Qualitours gebucht.

Beratung nur am Telefon

Beraten wird höchstens per Telefon. Das Katalogwissen sollte reichen, wie Valora-Chef Reto Hartmann (Bild) am Mittwoch (12.01.) an einer Medienkonferenz in Zürich ausführte. Die Verkäuferinnen stiegen nicht zu Reisefachfrauen auf, betonte er. Ausgebildet würden sie nur darin, die Kataloge abzugeben. Am Erfolg würden sie beteiligt.

Das Reisebusiness selbst wird dem erst seit Juli 1999 bestehenden Qualitours überlassen, das in dieser Zeitspanne einen Umsatz von 2 Mio. Fr. erzielte. Die Partnerschaft wurde bereits mit einzelnen Angeboten erfolgreich getestet. Mittelfristig wollen sich Valora und EPA paritätisch mit je 40 bis 50 Prozent an Qualitours beteiligen. Qualitours-Direktor Michel Schmuki behält eine Minderheitsbeteiligung.

Ehrgeizige Ziele

Der Umsatz soll stark ausgebaut werden: Ziel ist im ersten Jahr 10 Mio. Franken, im zweiten 15 bis 20 Mio. Franken. In vier bis fünf Jahren soll im Bereich der Direktreisen ein Marktanteil von über zehn Prozent erreicht werden, langfristig gar die Marktführung, so Hartmann.

Hartmann ist optimistisch, dass dieses Ziel erreicht werden kann: Dank bestehender Infrastruktur und direkten "physischen Kundenkontakten" hätten sie einen Wettbewerbsvorteil. Zwei Drittel ihrer Kunden seien Stammkunden. "Die Kioskfrauen wissen genau, wann und in welchem Zustand ihre Kunden den Kiosk betreten."

Sogar Erstkunden sollten gewonnen werden: In der Testphase buchten viele "ländliche Leute mit einem grossen Vertrauen in die EPA zum ersten Mal eine solche Reise", so Hartmann. Durch die direkte Katalogabgabe und späteres Auflegen könnten sie zudem den "Bitte keine Werbung"-Kleber an den Briefkästen umgehen.

Locken mit Rabatten Als zusätzlichen Ansporn werden die Kunden mit Rabatten gelockt. In der Zeit von der Buchung bis zur Abreise haben die Buchenden 10 Prozent Rabatt in allen EPA-Geschäften sowie den zu Valora gehörenden Merkur-Spezialgeschäften und -Restaurants.

Das Direkt-Reisegeschäft soll auch im Ausland - vorderhand Berlin und Luxemburg - erprobt werden. "Die Schweiz ist für uns ein Entwicklungsland", sagte Hartmann. "Hier, am Ort, den wir kennen, probieren wir aus, im Ausland führen wir es später ein."

SRI und Agenturen

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