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Erb-Pleite: Keine Existenzbedrohung für Banken

Erb-Logo am Hauptsitz in Winterthur.

(Keystone)

Der Zusammenbruch der Winterthurer Erb-Gruppe bedroht laut der Eidgenössischen Bankenkommission keine Existenz der engagierten Banken.

Die Grossbank Credit Suisse räumte Fehler in der Risikobeurteilung ein.

"Wir haben die Ausstände der uns bekannten Schweizer Banken erhoben", sagte der Direktor der Eidgenössischen Bankenkommission (EBK), Daniel Zuberbühler, in einem Interview der "SonntagsZeitung" zum Debakel bei der Erb-Gruppe.

Angaben zum Ausmass der Beteiligung der Banken machte er aber keine. Die potenziellen Verluste seien für keine der Banken existenzbedrohend. "Wenn elementare Fehler festzustellen sind, kann dies personelle und organisatorische Konsequenzen haben", sagte Zuberbühler weiter.

Auch die genauere Kredit-Risiko-Bewertung, welche die OECD-Länder im Jahr 2005 einführen werden, hätten den Fall Erb kaum verhindern können, gab Zuberbühler zu bedenken.

"Wenn die Bank über falsche und mangelhafte Informationen ihres Schuldners verfügt oder es versäumt, Informationen einzuholen, helfen ihr auch die neuen Regeln nicht weiter", sagte der EBK-Direktor.

CSG räumt Fehler ein

Der Co-Chef der Credit Suisse Group (CSG), Oswald Grübel, hat Fehler seiner Bank bei der Einschätzung der finanziellen Situation der Erb-Gruppe eingeräumt. "Wir haben das Risiko teilweise falsch eingeschätzt", sagte Grübel in einem Interview des "Sonntagsblicks". Dies sei ein Fehler gewesen, den aber auch andere Banken gemacht hätten.

"Wir werden daraus lernen", sagte er weiter. Zum Ausmass des Engagements der CSG bei der Erb-Gruppe wollte er nichts sagen. "Aber wir erwarten, dass die vorzunehmenden Rückstellungen für die Erb-Kredite keinen sehr grossen negativen Einfluss auf den Quartalsabschluss der Gruppe haben werden", sagte Grübel weiter.

UBS-Engagement abgebaut

UBS-Konzernchef Peter Wuffli nahm in dem Interview der "Finanz und Wirtschaft" vom Samstag zum Kredit-Engagement der Grossbank bei der zusammengebrochenen Erb-Gruppe in Winterthur Stellung.

Seit Mitte der 90er-Jahre habe die UBS der Erb-Gruppe keine Kredite mehr gewährt. Seit der Fusion zwischen Bankverein und Bankgesellschaft zur UBS im Jahre 1998 sei das Engagement um über 50 Prozent abgebaut worden.

Die UBS habe die Erb-Gruppe zudem immer wieder zu mehr Transparenz gedrängt, sagte Wuffli.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Schulden: 2,5 Mrd. Franken
Gläubiger-Banken: 82, darunter Credit Suisse, UBS, 6 Kantonalbanken, Hypovereinsbank, WestLB, Commerzbank

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In Kürze

Die Winterthurer Erb-Gruppe umfasst 85 Unternehmen und beschäftigt weltweit 4900 Angestellte, 2500 davon in der Schweiz.

Im Jahr 2002 lag der Umsatz der Gruppe bei 4,46 Mrd. Franken. Heute ist die Gruppe mit 2,5 Mrd. Franken verschuldet. Insgesamt 82 Banken aus der Schweiz und Deutschland gaben der Gruppe Kredite.

Die Erb-Gruppe ist vollständig im Familienbesitz und nicht an der Börse kotiert. Familien-Patriarch Hugo Erb starb im vergangenen Juli, zwei Söhne übernahmen die Führung.

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