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Erfolg für Blatter und die Schweiz

Der umstrittene FIFA-Präsident Joseph Blatter hält seine mit Spannung erwartete Rede am 26. UEFA-Kongress in Stockholm.

(Keystone)

Der 26. UEFA-Kongress in Stockholm endete mit erfreulichen Ergebnissen für die Schweiz. FIFA-Präsident Joseph Blatter zog eine positive Bilanz.

Der Tessiner Giangiorgio Spiess wurde für vier weitere Jahre in das Exekutiv-Komitee der UEFA gewählt, was im Hinblick auf die EM-Kandidatur 2008 von grösster Wichtigkeit ist.

Auch der zuletzt stark kritisierte FIFA-Präsident Joseph Blatter konnte für sich und den kommenden Wahlkampf um das FIFA-Präsidium eine erfolgreiche Bilanz ziehen. Seine Rede vor den 51 europäischen Verbänden wurde wohlwollend aufgenommen.

Während der Schweizer die Wichtigkeit der UEFA für die FIFA und den Weltfussball herausstrich, kam Gegenspieler Issa Hayatou einmal mehr auf seine bereits bekannten Vorwürfe gegen den FIFA-Präsidenten zu sprechen, was bei vielen Delegierten wenig Anklang fand.

Blatter-Befürworter gewählt

Blatter durfte sich aber auch über den Ausgang der Wahlen freuen. Der Spanier Angel Maria Villar Llona wurde zum neuen Vizepräsidenten im FIFA-Exekutiv-Komitee gewählt und löst damit den Italiener Antonio Matarrese ab. Während der Italiener zu den Gegnern Blatters zu zählen ist, gehört der Spanier zu seinen Befürwortern.

Gleich verhielt es sich auch bei der Wahl von zwei neuen Mitgliedern in das FIFA-Exekutiv-Komitee: Der Deutsche Gerhard Mayer-Vorfelder ersetzt dort den Norweger Per Ravn Omdal und Michel Platini nimmt als neues Mitglied Einsitz.

Mayer-Vorfelder hat Blatter bereits vor einiger Zeit die Unterstützung bei der Wahl versprochen und der frühere Weltklasse-Fussballer Platini fungiert seit zwei Jahren als persönlicher Berater des Schweizers. "Was heute passiert ist, gibt mir viel Zuversicht für die Wahl am 29. Mai in Seoul", sagte Blatter.

Zuversichtlich darf auch der Schweizerische Fussballverband in die Zukunft blicken. Mit Giangiorgio Spiess verfügt der SFV für vier weitere Jahre über eine wichtige Stimme in der UEFA-Exekutive. Der frühere Delegierte der Nationalmannschaft musste zwar in den zweiten Wahlgang, doch dann erhielt er die zweitmeisten Stimmen.

Unter den sieben gewählten Kandidaten befindet sich auch Platini, der gleich in beide Exekutiv-Komitees (UEFA und FIFA) einzog und damit der eigentliche Gewinner dieses Kongresses war.

SFV-Präsident Ralph Zloczower zeigte sich sehr erleichtert über die Wahl von Spiess. "Es war knapper, als ich erwartet hatte", sagte er. Erleichtet war auch der frühere, langjährige SFV-Generalsekretär Edgar Obertüfer, der aber seine Enttäuschung über die tiefe Stimmenzahl für den Tessiner nicht verbergen konnte: "Wir müssen uns fragen, ob wir im Vorfeld der Wahl genug getan haben."

Wichtig für EM-Kandidatur

Die Wahl von Spiess ist vor allem auch im Hinblick auf die schweizerisch-österreichische Kandidatur für die EM 2008 von grösster Wichtigkeit. Das 14-köpfige UEFA-Exekutiv-Komitee bestimmt im Dezember aus sieben Kandidaten den Ausrichter der übernächsten EM- Endrunde.

Zwar wird Spiess - wie fünf weitere Mitglieder aus gegnerischen Kandidatur-Ländern - bei der Wahl in den Ausstand treten müssen, doch in der vorhergehenden Diskussion kann er seinen Einfluss geltend machen.

Die acht übrigen Exekutiv-Komitee-Mitglieder stammen aus Spanien, Frankreich, Luxemburg, Holland, Zypern, Deutschland, Malta sowie England und demnach aus vorwiegend westeuropäischen Ländern. Vielleicht kann das der Kandidatur Schweiz-Österreich gegenüber jenen aus Russland, Ungarn, Skandinavien, Slowenien/Bosnien-Herzegowina, Türkei/Griechenland und Schottland/Irland zum Vorteil gereichen.

Johansson wiedergewählt

Ein reines Routinegeschäft beim Kongress war die Wiederwahl von UEFA-Präsident Lennart Johansson für weitere vier Jahre.

Diskussionslos ging auch die Aufnahme von Kasachstan als 52. Mitglied der UEFA über die Bühne. Die zweitgrösste der ehemaligen sowjetischen Republiken hatte sich aus dem asiatischen Verband gelöst und ein Beitrittsgesuch in die UEFA gestellt.

swissinfo und René Baumann (si)

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