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Erfolgreiche Schweizer Präsenz in Genua

Der alte Hafen von Genua, Europäische Kulturstadt 2004. Keystone

Genua war 2004 Europäische Kulturhauptstadt. Pro Helvetia ist mit der Schweizer Präsenz mehr als zufrieden.

Dieser Inhalt wurde am 28. Dezember 2004 - 17:01 publiziert

Auch die Bilanz der Organisatoren fällt äusserst positiv aus.

Über 2 Millionen Besucher im ganzen Jahr, durchschnittlich 6500 Besucher pro Tag bei 300 Veranstaltungen, eine Zunahme der Touristen im Vergleich zum Vorjahr um zirka 17 Prozent: Allein diese Zahlen verdeutlichen, dass die italienische Hafenstadt Genua ihre Rolle als Europäische Kulturhauptstadt gut genutzt hat.

Allerdings würde es zu kurz greifen, die Bilanz nur in Zahlen zu ziehen. Genua hat sich dank seiner Rolle als Kulturhauptstadt ein neues Image geben können. Das künstlerische, kulturelle und städtebauliche Erbe der ligurischen Metropole wurde im Rahmen einer langfristigen Strategie erneuert.

Mehr als ein wichtiger Mittelmeerhafen

Genua hat gezeigt, dass es weit mehr ist als ein bedeutender Mittelmeerhafen. "Die 1998 erfolgte Ernennung zur Kulturhauptstadt war eine einmalige Chance, diesen Prozess der Erneuerung in Gang zu setzen", sagt Enrico Da Molo, Verwaltungsrats-Delegierter vom Organisationskomitee "GeNova04", gegenüber swissinfo.

Exemplarisch wurde dies gezeigt mit der Umwandlung des alten Hafens - einem Symbol der maritimen Schwerindustrie - in ein Kulturzentrum und einen Bürgertreffpunkt. Anders gesagt: Genua wollte nicht ein singuläres Event schaffen, sondern setzte auf dauerhafte und partizipative Formen der Kulturarbeit. So wurden sieben städtische Museen renoviert und Grundlagen für künftige Initiativen geschaffen.

Auseinandersetzung mit anderen Kulturen

Thematisch hat Genua als Kulturhauptstadt die Auseinandersetzung mit anderen Kulturen gesucht. Die "Reise" war das Leitmotiv.

In dieses Konzept passte auch der Schweizer Auftritt als Gastland bei "GeNova04", der von der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia, Präsenz Schweiz und dem Zentrum für Kulturaussenpolitik des Eidgenössischen Departements für äussere Angelegenheiten (EDA) organisiert worden war.

Gelungener Schweizer Auftritt

"Der Erfolg hat eigentlich unsere Erwartungen übertroffen", bilanziert Domenico Lucchini, Direktor der Pro-Helvetia-Ableger in Italien.

Insgesamt 15 Projekte wurden verwirklicht, wobei der Tanz einen Schwerpunkt bildete. Den Auftakt machte ab Januar eine Reihe mit zeitgenössischen Tanzensembles aus der Schweiz, den Abschluss bilden in diesen Tagen Aufführungen von Prokofievs Ballett "Aschenputtel" in einer Choreographie von Heinz Spoerri und einer Inszenierung des Opernhauses Zürich.

Gut besucht war im Sommer eine Fotoausstellung von Nicolas Bouvier oder die Vorführung des Dokumentarfilms "Die Männer des Hafens" von Alain Tanner, den der Schweizer Regisseur 1984 im Hafen von Genua gedreht hatte.

Das Motto der Schweizer Präsenz in Genua lautete "Svizzera e (é) altrove". Dieses italienische Wortspiel bedeutet soviel wie "Die Schweiz und die anderen" sowie "Die Schweiz ist woanders".

Grundstein für künftige Zusammenarbeit

"Es war eine kleine Provokation, die jedoch gut verstanden wurde", sagt Domenico Lucchini in Anspielung auf den jüngsten Eklat mit der Hirschhorn-Ausstellung in Paris. Denn viel Schweizer Kunst entstehe im Ausland oder beschäftigte sich mit dem Verhältnis der Schweiz zum Ausland.

Insgesamt 120'000 Franken hat Pro Helvetia in Genua investiert. Einen weiteren Betrag dieser Grössenordnung spendierte Präsenz Schweiz für repräsentative Anlässe. "Dies zeigt, dass man mit relativ bescheidenen Mittel viel bewirken kann", meint Lucchini, der sich einzig im Bereich der Musik etwas mehr Schweizer Präsenz gewünscht hätte.

Noch wichtiger als die einzelnen Veranstaltungen ist laut Lucchini der Aufbau von langfristigen Kulturbeziehungen : "Wir konnten viele Kontakte knüpfen und einen wichtigen Grundstein für die künftige Zusammenarbeit legen."

swissinfo, Gerhard Lob

Fakten

"GeNova04": Über 2 Mio. Besucher, 300 Veranstaltungen
15 Schweizer Projekte, Schwerpunkt: Tanz
Pro Helvetia-Investition für "GeNova04": 120'000 Fr.

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In Kürze

Genua war 2004 Europäische Kulturhauptstadt. Die künftigen Kulturhauptstädte Europas sind Cork in Irland (2005), Patras in Griechenland (2006), Luxemburg (2007) und die Beatles-Stadt Liverpool in England (2008).

Bis 2019 ist die Reihenfolge der EU-Länder, die Kulturhauptstädte ernennen dürfen, bereits festgelegt. Doch ab 2009 sollen jeweils zwei Kulturhauptstädte Europas benannt werden können, um den neuen EU-Ländern eine frühere Präsenz zu gewährleisten.

Solange die Schweiz nicht Mitglied der EU ist, wird sie keine eigene Kulturhauptstadt küren können und sich weiterhin auf die Rolle als Gastland beschränken müssen.

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