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Erneuerbare Energien gewinnen an Bedeutung

Die Solarenergie hat Zukunft - auch in Amerika (im Bild: das Haus des ehemaligen amerikanischen Vizepräsidenten Al Gore).

(Keystone)

Die Welt beginne, die wirtschaftliche Bedeutung erneuerbarer Energien zu erkennen, sagte Umweltminister Leuenberger am Rande einer Internationalen Energie-Konferenz in Washington.

Vor allem bei den USA stellt er einen Richtungswechsel fest. Die USA, die noch bis vor kurzem diese Energien belächelten, spielten heute eine führende Rolle in diesem Bereich.

Der selbe amerikanische Energieminister, der noch vor wenigen Jahren erneuerbare Energien belächelt habe, unterstreiche heute die führende Rolle, die die USA in diesem Bereich spiele, sagte Bundesrat Moritz Leuenberger.

Dass US-Präsident George W. Bush selbst an der Konferenz teilnehme, sende ein deutliches Signal, dass die USA nun stark auf Alternativenergie setzten. Der US-Präsident sagte, die Vereinigten Staaten müssten ihre Gewohnheiten ändern und vom Erdöl loskommen, um die Umwelt zu bewahren und nicht der Willkür von Terroristen ausgeliefert zu sein.

Keine "Birkenstock-Idee"

Der Markt habe das wirtschaftliche Potenzial erneuerbarer Treibstoffe erkannt, sagte Leuenberger. Nun müsste auch die Schweizer Privatwirtschaft einsehen, dass es sich dabei nicht um eine "Birkenstock-Idee" handle und auf den fahrenden Zug aufspringen.

In Sachen erneuerbare Energien bleibt auch in der Schweiz noch einiges zu tun: Der Anteil erneuerbarer Energien am schweizerischen Energiebedarf erreichte 16,9% im Jahr 2006.

Zur Ware geworden

Erneuerbare Energie sei zu einer Ware geworden, um die wie um jedes Handelsgut gestritten werde. Zum Beispiel subventionierten die USA die Herstellung von Biodiesel, was zu Preiskämpfen mit Herstellern in anderen Ländern führe, die Biotreibstoffe ohne staatliche Unterstützung produzieren müssten.

Auch in der Schweiz entdecken immer mehr Anleger, dass sich mit erneuerbaren Energien Geld verdienen lässt: 2006 wurden 18 Milliarden Franken in nachhaltige Anlagen investiert, rund 70% mehr als im Vorjahr.

Zielsetzungen für Klimapolitik

Einig sei man sich auf der Konferenz auch gewesen, dass es Zielsetzungen brauche, um eine effektive Klimapolitik betreiben zu können. Seit 20 Jahren beobachte die grosse Mehrheit der Wissenschafter eine bedrohliche Klimaveränderung. Investitionen in Energiequellen lohnten sich deshalb und könnten zudem zu einer Unabhängigkeit vom Erdöl führen, sagte Leuenberger.

Die Konferenz auf Ministerebene, die vom 4. bis 6. März 2008 dauert, dreht sich um energiepolitische Instrumente, die den Anteil der erneuerbaren Energien in Industrie- und Entwicklungsländern erhöhen helfen.

An der dritten Konferenz nach Peking 2005 und Bonn 2004 sollen sich öffentliche und private Teilnehmer im Rahmen eines Aktionsplans auf weitere Massnahmen zur Förderung von erneuerbaren Energien verpflichten.

Ein ähnlicher Aktionsplan wurde bereits an der Bonner Konferenz vor vier Jahren angenommen.

swissinfo und Agenturen

CO2-AUSSTOSS PRO KOPF

USA: 20 Tonnen pro Kopf
China: 3,8t pro Kopf
Indien: 1,4t pro Kopf
Deutschland: 9t pro Kopf
Frankreich: 8t pro Kopf
Schweiz: 6t pro Kopf
(Quelle: Internationale Energieagentur)

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In Kürze

Der Anteil erneuerbarer Energien am schweizerischen Energiebedarf erreichte 16,9% im Jahr 2006. Davon entfielen 3,59% auf Holz und nur 0,12 auf die Solarenergie.

Den grössten Stellenwert haben die erneuerbaren Energien in der Schweiz im Bereich der Stromproduktion.

Im Rahmen ihrer Energiepolitik will die Schweiz den Anteil des aus erneuerbaren Energien produzierten Stroms bis zum Jahr 2030 um 5400 GWh (Gigawatt-Stunden) oder um 10% des heutigen Stromverbrauchs erhöhen.

Heute stammen rund 58% der gesamten Schweizer Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen. Mit rund 97% stammt der Grossteil davon aus Wasserkraftwerken.

Die neuen erneuerbaren Energieträger tragen heute etwa 5,7% zur Deckung der gesamten Schweizer Energienachfrage bei.

3,6% stammen aus Biomasse (Holz und Biogas), 1,2% aus Abfällen in Kehrichtverbrennungs-Anlagen.

Kleinere Anteile stammen aus der Umweltwärmenutzung (0,6%), der Solarenergie (0,1%) und der Windenergie (0,01%).

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