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Erste Festnahme in USA bei grossen Insiderhandel-Ermittlungen

Dieser Inhalt wurde am 25. November 2010 - 14:41 publiziert

WASHINGTON (awp international) - Bei den Ermittlungen gegen US-Börsenhändler und Finanzmanager wegen massiven Insiderhandels hat es eine erste Festnahme gegeben. Der Chef eines Beratungsunternehmens in Kalifornien wurde am Mittwoch verhaftet, weil er verbotenerweise Hinweise über Technologiefirmen an von ihm betreute Hedgefonds verkauft haben soll. Zu den betroffenen Unternehmen gehörten laut US-Medienberichten Broadcom , Sierra Wireless und Atheros Communications.
Der festgenommene 56-Jährige Don Chu leitet ein sogenanntes "Experten-Netzwerk", das nach eigenen Angaben Marktinformationen sammelt, um sie an Hedgefonds zu verkaufen. Chu habe dabei seine Angestellten angestiftet, auch Insiderhinweise illegal weiterzugeben, teilte die die Bundespolizei FBI mit. Sollten sich die erhobenen Vorwürfe gegen ihn bewahrheiten, drohen ihm fünf Jahre Haft und eine Geldstrafe von 250.000 Dollar (187.000 Euro).
Der Manager, der als Asien-Fachmann firmierte, war Berichten zufolge kurz vor einer Reise nach Taiwan am Sonntag von der Polizei gestellt worden. Er wurde danach gegen eine Kaution von einer Million Dollar (rund 750.000 Euro) vorerst auf freien Fuss gesetzt.
Nach den rund dreijährigen Ermittlungen könnte es Medienberichten zufolge in den nächsten Wochen zu zahlreichen Anklagen gegen Finanzfirmen und -manager in verschiedenen Teilen der USA kommen. Die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft in New York und der Bundespolizei FBI näherten sich dem Abschluss, wie auch die Festnahme in Kalifornien zeige.
Die Untersuchungen richten sich den Angaben zufolge gegen eine Reihe von Banken, Investmentunternehmen und andere Finanzmarktakteure, darunter Angestellte der weltgrössten Investmentbank Goldman Sachs . Sie stünden unter anderem im Verdacht, heimlich Tipps über bevorstehende Fusionen an bestimmte Investoren gegeben zu haben. Ausserdem konzentrierten sich die Ermittlungen auf Berater mit Industrieerfahrung, die wie im aktuellen Fall möglicherweise Hedgefonds- und Anlagenfondshändler mit vertraulichen Informationen versorgt haben./mcm/DP/ksb

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