Erste Internet-Bank operativ

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Swissquote ist am Freitag (25.05.) als erste reine Internet-Bank operativ gegangen. Konten und Depots können online eröffnet werden. Ganz virtuell ist aber das Banking nicht: Bei grossen Transaktionen müssen die Kunden ganz echt vorbeikommen.

Dieser Inhalt wurde am 25. Mai 2001 - 12:17 publiziert

Swissquote bietet bereits seit Ende1999 Online-Wertpapierhandel (Brokerage) an. Nach der Erteilung einer Banklizenz durch die Eidgenössische Bankenkommission (EBK) im letzten Herbst kommt nun neu die Online-Konto-Eröffnung und - Führung hinzu.

Bisherige Kunden können ihr Brokerage-Konto bei der Zürcher Privatbank Rüd Blass - über die Zurich Financial Services an Swissquote beteiligt ist - kostenlos und ohne Handelsunterbruch auf Swissquote transferieren. "Wir erwarten also innert Kürze über 10'000 Kunden aus dem Transfer; unser System ist für mehrere Zehntausend Konten ausgelegt", sagte Swissquote-Chef Alfred W. Moeckli gegenüber swissinfo.

Antragsformular gegen Geldwäscher und US-Kunden

Neue Kundinnen und Kunden müssen ein Antrags-Formular ausfüllen. Dieses fragt unter anderem nach allfälliger öffentlicher Funktion oder auch, woher das Geld kommt. "Die Angaben müssen einen Plausibilitätstest bestehen", erklärte Ex-City-Banker Möckli. Der Test werde dann auch mit "richtigem Geld" überprüft; wenn also ein Konto mit 5'000 Franken eröffnet werde und plötzlich 800'000 Franken darauf seien, werde das eine Nachfrage auslösen.

Moeckli erklärt auch unumwunden den Grund für die Frage nach der US-Steuerpflicht: "Wir wollen keine amerikanischen Kunden. Das verlangte Reporting [der US-Steuerbehörden IRS, Anm. swissinfo] und der administrative Aufwand dafür sind zu gross."

Strenge Kontrollen gefordert

Die reinen Internet-Banken müssen von der Eidgenössischen Bankenkommission (EBK) geforderte Mindeststandards erfüllen, die über diejenigen herkömmlicher Banken hinausgehen. Kunden beispielsweise, die Vermögenswerte von über einer halben Million Franken oder mehr einbringen, müssen persönlich bei den Internetbanken vorbeikommen.

CEO Moeckli sagte gegenüber Nachrichtenagenturen, er könne mit den Auflagen leben, auch wenn sie zurzeit einen Konkurrenznachteil gegenüber jenen Banken darstellen, die E-Finance neben den traditionellen Bankdienstleistungen anbieten.

Es werden immer mehr

Neben Swissquote haben bisher sechs weitere reine Internetbanken eine Lizenz der EBK erhalten. Eine von ihnen, die Bank YOU der Vontobel-Gruppe, ist inzwischen in einem Finanzdebakel geendet. Swissquote hielt in diesem Zusammenhang fest, dass die Gesamt-Investitionen mit 20 Mio. Franken deutlich unter den Kosten anderer Projekte lägen.

Philippe Kropf und Agenturen

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