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ES/Zapatero: Spanien ist solide - Gerüchte 'absolut verrückt' (AF)

Dieser Inhalt wurde am 04. Mai 2010 - 19:22 publiziert

BRÜSSEL (awp international) - Die Haushalte von Spanien und Portugal sind nach Einschätzung des spanischen Premierministers José Luis Rodríguez Zapatero solide. Gerüchte über ein mögliches Hilfspaket für eines der beiden Länder seien "absolut unbegründet" und "unverantwortlich", sagte der spanische Premier am Dienstag in Brüssel. Er habe grosses Vertrauen in die Glaubwürdigkeit und die Stärke der öffentlichen Haushalte in Spanien und Portugal.
Nach der Einigung der Euro-Finanzminister auf ein milliardenschweres Griechenland-Paket waren in der Finanzwelt die Befürchtungen gestiegen, dass die Schuldenkrise auf Spanien übergreifen könnte. "Wenn Spanien keine drastischen Massnahmen ergreift, läuft es Gefahr, in dieselbe Falle zu gehen wie Griechenland", schrieb die "New York Times". "Es könnte sich in einer Lage befinden, in der es unmöglich wird, auf den Geldmärkten Kredite zu akzeptablen Zinsraten aufzunehmen."
Zapatero bezeichnete diese Gerüchte als "absolut verrückt". Der spanische Schuldenstand liege um 20 Prozentpunkte niedriger als der Durchschnitt der Eurozone. Befürchtungen über die Verwundbarkeit des Bankensystems angesichts der Krise am Häusermarkt seien unbegründet und übertrieben.
An der Madrider Börse sank der Aktienindex Ibex 35 am Dienstag um 5,41 Prozent und fiel auf den niedrigsten Stand des Jahres. Unter den Anlegern breiteten sich zunehmend Zweifel aus, ob die Regierung das wachsende Haushaltsdefizit in den Griff bekommen kann. Die spanische Wirtschaft befindet sich nach wie vor in der Rezession. Die Arbeitslosenquote stieg auf ein Rekordniveau von über 20 Prozent. Die Renditen für zehnjährige spanische Staatsanleihen stiegen am Dienstag etwas an. Zuletzt lag sie bei 4,113 Prozent. Damit vergrösserte sich der Risikoaufschlag gegenüber deutschen Bundesanleihen. Hier lag die Rendite lediglich bei 2,886 Prozent. Allerdings liegen die Renditen für Anleihen Griechenlands (9,168%) und Portugals (5,386%) deutlich höher.
Spanien muss trotz seiner eigenen Verschuldung eine Summe von 9,8 Milliarden Euro für das Griechenland-Paket aufbringen. "Die Investoren befürchten, dass die Schuldenkrise auch andere schwächere Länder der Eurozone wie Portugal oder Spanien infizieren könnte", schrieb die "Financial Times". "Einige warnen gar davor, dass es für diese Staaten möglicherweise auch Rettungspakete geben müsse." König Juan Carlos rief die Spanier zur Einigkeit auf. "Wenn alle gemeinsam daran arbeiten, die Krise zu überwinden, können wir die Dynamik von Wachstum, Beschäftigung und Wohlstand zurückerlangen", sagte der Monarch in der nordspanischen Stadt León./DP/js/he

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