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(Meldung nach der Medienkonferenz ausgebaut)
Genf/Zürich (awp) - Die Löhne der Schweizer Spitzenmanager sind im vergangenen Jahr weitgehend stabil geblieben. Einzige Ausnahme sind die Vergütungen im Finanzsektor, die auch 2010 weiter anstiegen. Die Selbstregulierung der Unternehmen hat sich verbessert: Erstmals haben mehr als die Hälfte der 48 grössten in der Schweiz kotierten Unternehmen (SMI und SMIM) an ihren Generalversammlungen über die Vergütungen abgestimmt, wie die Anlagestiftung Ethos in ihrer sechsten Studie über die Managerlöhne am Mittwoch bekannt gab.
Insgesamt verdienten Verwaltungsräte und Geschäftsleitungsmitglieder der untersuchten Unternehmen im Jahr 2010 rund 1,29 Mrd CHF, was einer Erhöhung von 2% entspricht. Ein Geschäftsleitungsmitglied erhielt für das Jahr 2010 im Durchschnitt 3,1 Mio CHF. Verwaltungsratspräsidenten verdienten durchschnittlich 2,4 Mio CHF und die anderen Verwaltungsratsmitglieder 300'000 CHF.
Im Finanzsektor stiegen die Chefsaläre laut Ethos-Studie weiter an. Die Vergütungen der Führungsinstanzen der grössten Schweizer Banken und Versicherungen sind 2010 um 8% gewachsen. "Im Vergleich zum Vorjahr sehen wir jedoch eine wesentliche Abflachung", kommentierte Ethos-Kommunikationschef Vinzenz Mathys vor den Medien in Zürich.
Die Saläre im Finanzsektor seien indessen fast doppelt so hoch wie in anderen Wirtschaftszweigen. Finanz-Manager erhielten im Durchschnitt 4,7 Mio CHF während Manager anderer Sektoren 2,5 Mio CHF verdienten. "Die grossen Finanzinstitute bezahlen mit einem Anteil von beinahe 80% deutlich mehr variabel als andere Sektoren", ergänzte Mathys.
Laut Ethos gibt es indessen im Finanzsektor einen klaren Trend zu höheren Grundsalären. Die CEOs der grössten Schweizer Unternehmen erhielten im Schnitt 66% mehr Grundsalär. Ethos-Direktor Dominique Biedermann nennt als Beispiel Credit-Suisse-Chef Brady Dougan, dessen Grundsalär im letzten Jahr von 1,25 Mio USD auf 2,5 Mio USD erhöht wurde. "Die steigenden Fixsaläre sind eine Reaktion auf die Finanzkrise, denn die stark variablen Vergütungssystemen führten im Krisenjahr 2008 zu massiven Lohneinbussen", kommentierte Biedermann.
Am meisten kassierte erneut Daniel Vasella ein. Er führt die Rangliste der am besten verdienden Verwaltungsräte und CEOs mit 25,4 Mio CHF weiter an. Grösster "Aufholer" war 2010 Holcim-CEO Markus Akermann, der sein Salär mit 8,7 Mio CHF gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppeln konnte und es damit in die Top-10 der best verdienden CEOs schafft.
Gemäss Ethos hat sich die Selbstregulierung der Unternehmen gegenüber den Vorjahren klar bessert. 56% der untersuchten Unternehmen legten ihren Generalversammlungen 2011 die Vergütungen zur Konsultativabstimmung vor. 2010 waren es laut Studie erst 38%. Zugenommen habe gleichzeitig auch die Opposition gegen die Vergütungen. 2011 folgten in der Abstimmung im Schnitt 16% der Aktionäre nicht dem Verwaltungsrat, 2010 waren es 11% und 2009 gerade mal 7%.
Für Ethos-Direktor Biedermann ist die Selbstregulierung der Unternehmen jedoch "noch nicht zufriedenstellend". Die Stiftung fordert, dass das Aktienrecht, der Swiss Code of Best Practice und die Corporate-Governance-Richtlinien überarbeitet werden. Biedermann erwartet vor allem mehr Umsetzungswille: "Wir als Aktionäre verlieren langsam etwas die Geduld - die Schweiz ist aktuell neben Spanien der einzige bedeutende Finanzplatz, der noch über keine klare Regelung zu den Kompetenzen der Aktionären bei der Festlegung von Vergütungen verfügt."
lp/cc

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