Euro in der Schweiz - so funktioniert's

Europäische Gäste sollen sich in der Schweiz wie zu Hause fühlen. www.osinet.fr

Der Euro ist auch in der Schweiz ein wichtiges Zahlungsmittel. Ein kleiner, praktischer Führer für Konsumentinnen und Konsumenten.

Dieser Inhalt wurde am 02. Januar 2002 - 15:12 publiziert

SBB: Die Schweizerischen Bundesbahnen wollen die ersten sein, die der inländischen Bevölkerung die neuen Geldscheine aushändigen können. Bereits in der Silvesternacht bemühten sich die Wechselbüros der Bahnhöfe Zürich und Basel, den Anforderungen der "Europhoriker" zu genügen.

Die europäische Währung wird ab 1. Januar an den SBB-Schaltern zum Kauf von Fahrkarten oder Abonnements angenommen. Allerdings geben die SBB ihren Kunden das Rückgeld in Franken heraus. Die Automaten werden nur in wenigen Ausnahmefällen die Euros schlucken.

BANCOMATEN: Die neuen Geldscheine sind auch an Bancomaten praktisch aller UBS-Filialen zu haben. Bei der Crédit Suisse werden nur die Automaten in Grenz- und Tourismus-Gebieten euro-kompatibel sein.

POST: 430 Schweizer Poststellen, vorab in den Städten, werden die europäischen Scheine, nicht aber das Münzgeld, akzeptieren. Die Postomaten sollen erst in einigen Monaten umgerüstet werden.

LIRA, PESETA UND MARK: Die früheren nationalen europäischen Devisen können bis Ende Februar in der Schweiz und in anderen Ländern gegen Euro umgetauscht werden. Später verlieren sie ihre Gültigkeit.

Im Fall eines Wechsels in der Schweiz wird der Besitzer jedoch zweimal die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufs-Kurs zahlen müssen. Es dürfte somit vorteilhaft sein, beispielsweise französische Francs im angrenzenden Frankreich umzutauschen.

SUPERMÄRKTE: Die Detailhandels-Riesen Migros und Coop, aber auch Manor und Globus, werden Euro-Bargeld in der ganzen Schweiz akzeptieren. Im Prinzip sind Preisanschriften in Euro nicht vorgesehen.

Die Umrechnung erfolgt in den Grenzregionen auf der Basis des Tageskurses plus einer kleinen Marge. So dürfte es letztlich doch leicht von Vorteil sein, in Franken zu bezahlen.

HOTELS UND RESTAURANTS: Der Euro soll in den Hotels als Zahlungsmittel weitgehend neben Franken und Dollar Gültigkeit erhalten. Auch in vielen Restaurants und Tourismus-Betrieben wird die Gemeinschaftswährung willkommen sein.

KIOSKE: Die Kiosk SA und Naville werden die neue Währung nur an Verkehrsknoten-Punkten, in Tourismus-Regionen und in Grenzgebieten als Zahlungsmittel akzeptieren. Dabei bieten die Geldscheine keine Probleme, wogegen Euro-Münzen nicht überall entgegengenommen werden.

EXPO: An der Expo.02 werden Besucher an den Schalten der Arteplages ebenfalls mit Euros bezahlen können. Ursprünglich wollten die Organisatoren einzig Zahlungen in Franken hinnehmen. Die Expo-Leitung rechnet mit 1,5 Mio. ausländischen Besucherinnen und Besuchern, wovon die meisten aus der EU kommen sollen.

WECHSELKURS-RISIKEN: Die Unternehmen haben eine Interesse, sich gegen Wechselkurs-Risiken abzusichern. Bei seiner Einführung im Januar 1999 war der Euro noch über 1,60 Franken wert. Derzeit kostet er weniger als 1,50 Franken. Wenn auch die Volatilität bislang nicht stark war, bleibt doch die künftige Entwicklung ungewiss.

FÄLSCHUNGEN: Zumindest in den ersten Monaten könnten sich Fälscher gute Chancen ausrechnen. Deshalb ist Wachsamkeit angebracht. GastroSuisse, der Dachverband der Hotels und Restaurants, schlägt seinen Mitgliedern vor, "Euro-Quick-Tester" zu erwerben. Damit lassen sich Fälschungen anhand einer chemischen Analyse der Scheine rasch feststellen.

TRANSPARENZ: Mit der Verbreitung des Euros in der Schweiz können die europäischen Touristen direkt das Schweizer Preisniveau mit demjenigen anderer Länder vergleichen. Dies ist besonders für die Tourismus-Branche eine besondere Herausforderung.

GUTER ZWECK: Von den alten europäischen Devisen kann in der Schweiz nur das Papiergeld umgetauscht werden. Münzen werden nicht mehr akzeptiert. Aber diese können in besonderen Aktionen gespendet werden. Beispielsweise können sie an den Schaltern der UBS abgegeben werden. Sie lässt diese Einnahmen im Rahmen des Programms "Change for goods" der UNICEF zukommen.

swissinfo und Agenturen

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