Euro überflügelt die nationalen Währungen

Die Konsumentinnen und Konsumenten haben rasch umgestellt und kaufen rege mit Euro ein. Keystone

Etlichen Geschäften bereitet der Nachschub von kleinen Scheinen und Münzen Schwierigkeiten. Der Wechsel verläuft je nach Land unterschiedlich rasch.

Dieser Inhalt wurde am 05. Januar 2002 - 19:26 publiziert

Für mehr als die Hälfte aller Barzahlungen benutzten die Konsumentinnen und Kosunmenten in den zwölf Ländern der Eurozone am Freitag schon das neue Geld, teilte die EU-Kommission in Brüssel am Samstag mit. Der Euro-Anteil an den Bargeld-Geschäften habe durchschnittlich 55 Prozent erreicht.

"Die Geschwindigkeit, mit der die Währungsumstellung bewerkstelligt wurde, zeigt die Begeisterung der Bürger für das neue Geld", erklärte die EU-Kommission. Die Brüsseler Behörde rief die Bürger zugleich auf, grosse Bargeldbeträge nicht im Einzelhandel auszugeben, sondern in ihrer Bank umzutauschen.

Banken reagieren auf Engpässe

Weil viele Kunden ihre Einkäufe mit grossen Scheinen der alten Währung bezahlten, hätten manche Geschäfte Probleme mit dem Nachschub kleiner Euro-Scheine und gewisser Münzen. "In einigen Extremfällen sind Supermärkte sogar gezwungen, das Wechselgeld in der alten nationalen Währung herauszugeben", erklärte ein Kommissionssprecher.

Manche Banken weigerten sich, andere Leute als ihre Stammkunden zu bedienen. Vor den Bankschaltern stünden weiterhin lange Schlangen. Mit ausserplanmässigen Bargeld-Lieferungen sowie Öffnung von Banken am Wochenende reagierten die Verantwortlichen in Mitgliedsstaaten wie Spanien, Irland, Finnland und den Niederlanden auf die Engpässe.

Griechenland und Niederlande am schnellsten

Am weitesten verbreitet war der Euro den Angaben zufolge in den Niederlanden und Griechenland, wo 80 oder mehr Prozent aller Einkäufe mit den neuen Scheinen und Münzen bezahlt wurden. In Frankreich, Italien, Spanien und Belgien hätten am Freitag hingegen noch die nationalen Währungen dominiert.

Preisaufschläge in Deutschland

Eine Untersuchung des Nachrichtenmagazins "Focus" zeigte, dass die Preise in Deutschland durch die Währungsumstellung von Mark auf Euro leicht gestiegen sind. Besonders bei Lebensmitteln und Musik-CD's sei oft aufgerundet worden.

Das Magazin stützt sich auf einen umittelbar vor und nach der Einführung des Euro-Bargeldes an Neujahr durchgeführten Preisvergleich, bei dem mehr als 6100 Einzelpreise von 130 Produkten und Dienstleistungen ausgewertet worden seien.

swissinfo und Agenturen

Briten bleiben unbeeindruckt

Derweil hat sich die kritische Einstellung der britischen Bevölkerung zum Euro offenbar auch nach der Einführung des Euro-Bargeldes nicht geändert.

So sagten bei einer Umfrage im Auftrag der Boulevard-Zeitung "News of teh World" 56% der Befragten, sie würden bei einer Volks-Abstimmung zur Währungs-Union mit Nein stimmen. Nur 31% der Befragten gaben sich als Befürworter zu erkennen.

Immerhin erklärte eine Mehrheit der Befragten in dieser Umfrage dennoch, dass sie Premierminister Tony Blair zutrauten, im nationalen Interesse in der Frage den richtigen Entscheid zu treffen.

Eine von der Zeitung "Daily Telegraph" veröffentlichte Umfrage ergab sogar einen Anteil von Nein-Stimmen zum Euro von 71%. Der Ansicht, dass der Euro irgendwann einmal dennoch das britische Pfund ersetzen werde, waren 79% der Befragten.

Demgegenüber veröffentlichte die "Sunday Times" eine Umfrage, die doch eine gewisse britische Erwärmung für den Euro zeigt: Nur einer von vier Befragten will, dass sich Grossbritannien niemals der Euro-Zone anschliesst.

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