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EuroGames 2000 - mehr als eine Schwulen-Olympiade

x eglsf.info

Über 4'000 sportliche Homosexuelle werden vom 1. bis 4. Juni zu den Eurogames 2000 in Zürich erwartet. Europas Schwule und Lesben messen sich in 19 Sportarten, der Grossanlass dient aber auch der Selbstdarstellung der Schwulenbewegung.

Dieser Inhalt wurde am 31. Mai 2000 - 17:05 publiziert

Unter dem Motto "the little big gay and lesbian city Zurich" warben die Veranstalter seit Monaten per Internet für die 6. Eurogames, die am Auffahrtswochenende stattfinden. Die Homosexuellen verstehen sich als grosse Familie, betont Eurogames- Mediensprecherin Doris Fiala-Goldiger. Deshalb gehe die Veranstaltung weit über einen reinen Sportanlass hinaus.

Seit Anfang Mai laufen denn auch unter dem Motto "Warmer Mai" diverse Kulturveranstaltungen. Neben diversen Ausstellungen vermitteln auch Theater-, Musik und Tanzveranstaltungen oder Diskussionsforen Einblicke in Geschichte und Kreativität der Homosexuellen.

Nicht nur für Homosexuelle

Die Eurogames mit einem Budget von 1,2 Mio. Franken sind nach dem Willen der Veranstalter offen für alle Anhänger des Breitensports. Laut Fiala-Goldiger haben sich aber nur wenige Heterosexuelle oder Behinderte für die 19 Sportarten eingeschrieben. Drei Viertel der europaweiten Anmeldungen erfolgten gemäss Veranstalter per Internet.

Insgesamt werden rund 1'000 ehrenamtliche Helfer an den verschiedenen Sportstätten in Zürich die Sportarten von Badminton bis Volleyball überwachen. Rund 500 Sportlerinnen und Sportler werden in von der Stadt zur Verfügung gestellten Zivilschutzanlagen übernachten, rund 1'000 Betten wurden privat zur Verfügung gestellt.

Auch Kanton und Bund engagiert

Obwohl heute Homosexualität von vielen problemlos akzeptiert wird, gab es im Vorfeld auch einige Störgeräusche. Fiala-Goldiger spricht denn auch von einem "fragilen Gleichgewicht zwischen Ablehnung und Akzeptanz", das zu Beginn geherrscht habe.

Um Provokationen zu vermeiden verzichteten die Organisatoren beispielsweise darauf, die zur Zeit in Zürich laufende umstrittene Ausstellung "Ecce Homo" mit provokativen Fotos zum Thema Kirche und Homosexulaiät ins Eurogames-Kulturprogramm aufzunehmen.

Konservativ- religiöse Kreise hatten öffentlich gegen die Eurogames mobil gemacht und sammelten im Kanton 14'000 Unterschriften dagegen. Das hinderte den Kanton aber nicht, den Veranstaltern 25'000 Franken zu überweisen.

Gegen einen beantragten Bundesbeitrag wandte sich der Aargauer SVP-Ständerat und ehemalige Sportjournalist Maximilian Reinmann. Mit einer symbolischen Defizitgarantie von 5'000 Franken setzte aber letztlich auch der Bund ein zwar bescheidenes, aber positives Zeichen zugunsten der Homosexuellen.

Zürich setzt Rekordmarke

4'215 Sportlerinnen und Sportler (50 Prozent Frauen) aus 30 Nationen haben sich angemeldet. Damit werde der bisherige Rekord der Spiele von 1996 in Berlin mit je rund 3'000 Beteiligten weit übertroffen.

Die Spiele werden jeweils durch die European Gay and Lesbian Sport Federation (EGLSF) vergeben. Einen noch deutlich grösseren Anlass als jener in Zürich versprechen die 6. Gay Games im Jahr 2002 in Sidney zu werden, die nicht nur auf Europa beschränkt sind.

swissinfo und Agenturen

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