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EUROKRISE/DIW-Konjunkturchef: Italien wird kein zweites Griechenland

DÜSSELDORF (awp international) - Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hält die Sorge vor einer Ausweitung der Schuldenkrise auf Italien für unbegründet. "Italien wird kein zweites Griechenland", sagte DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner am Montag "Handelsblatt Online". "Die italienische Wirtschaft steht strukturell wesentlich besser da als die griechische Volkswirtschaft mit ihrem aufgeblähten Staatssektor und erheblichen Wettbewerbsproblemen."
Fichtner räumte zwar ein, dass auch in Italien die Lohnstückkosten über die vergangenen Jahre etwas stärker gestiegen seien als im Durchschnitt der Euro-Länder, aber im Gegensatz zu Griechenland könne sich Italien auf eine insgesamt solide Wirtschaft mit international wettbewerbsfähigen Industrieunternehmen stützen. Aktuell verlaufe die konjunkturelle Erholung in Italien aufgrund einer ungünstigen Arbeitsmarktsituation und relativ kräftiger Konsumentenpreissteigerungen gedämpfter als im sonstigen Euroraum. Doch, so Fichtner, von den strukturellen Problemen Griechenlands sei die italienische Wirtschaft weit entfernt.
Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte am Wochenende den Ausblick für Italiens Kreditwürdigkeit auf "negativ" gesenkt, womit eine Herabstufung des Ratings droht. "Der Warnschuss von S&P könnte daher sogar sein Gutes haben, verleiht er doch der eingeleiteten Konsolidierung der Staatsfinanzen Rückenwind", sagte der DIW-Ökonom und fügte hinzu: "Angesichts einer Schuldenstandsquote von knapp 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts sollte die italienische Regierung in diesem Bereich dringend Erfolge vorweisen."
Die Risikoaufschläge für zehnjährige italienische Staatsanleihen stiegen am Montag im Vergleich zur deutschen Bundesanleihe auf den höchsten Stand seit Januar./jkr/he

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