Navigation

Europa auf dem Weg zum Mars

Die Landefähre mit Roboterarm. ESA

Die Schweiz ist Teil des Missionsteams von "Mars Express" und hat sowohl finanziell als auch mit wichtiger Ausrüstung dazu beigetragen.

Dieser Inhalt wurde am 02. Juni 2003 - 19:51 publiziert

Die Europäische Raumfahrtagentur (ESA) hat am Montag ihre erste Mars-Mission gestartet, um auf dem Roten Planeten nach Spuren von Leben zu suchen.

Die unbemannte Raumsonde wurde vom Abschusszentrum in Baikonur, Kasachstan, in den Weltraum befördert. Der Start verlief ohne grössere Probleme.

Dort angekommen, begibt sich die Sonde in eine Umlaufbahn um den Mars. Sie führt eine Landefähre mit, die gegen Ende Dezember auf dem Planeten landen soll.

Die Landefähre namens Beagle 2 - nach dem Schiff benannt, mit dem Charles Darwin zu den Galapagos-Inseln segelte - analysiert anschliessend die Oberflächenchemie des Planeten.

Sie ist mit Kameras und einem hochkarätigen Mikroskop ausgerüstet, das von der in Neuenburg ansässigen Firma Space-X und der Universität Bern entwickelt wurde.

Leben auf dem Mars?

Mit den Analysen soll vor allem festgestellt werden, ob es auf dem Mars je flüssiges Wasser gegeben hat.

Dies geschieht mittels einer Analyse der Zusammensetzung der Felsen: Man will herausfinden, ob diese im Innern Markierungen von Sedimentschichten enthalten. Dies wäre ein wichtiger Indikator dafür, dass auf dem Planeten einst Wasser floss.

Nicholas Thomas, Professor an der Universität Bern, ist Mitglied des Teams, das bei "Mars Express" mitmacht. Er sagte gegenüber swissinfo, das Vorhandensein von Wasser würde darauf hindeuten, dass es einst Leben auf dem Planeten gegeben haben könnte.

"Wir sind ziemlich sicher, dass Wasser eine Grundvoraussetzung für Leben ist", so Thomas.

"Aber auch wenn es irgendeinmal flüssiges Wasser auf der Oberfläche gegeben hat, ist das noch kein Beweis, dass es auch Leben gegeben hat."

Schweizer Beitrag

Die Schweiz ist Gründungsmitglied der ESA und leistet regelmässige Beiträge an die Organisation - 2002 waren es 125 Mio. Franken.

Bei "Mars Express" ist die Universität Bern verantwortlich für die Überwachung der mikroskopischen Funde. Sie wird ferner mit einer speziellen Ausrüstung an Bord der Sonde analysieren, wie schnell Sauerstoff aus der Marsatmosphäre entweicht.

Laut Thomas, der am Mikroskop und den Funden mitarbeitet, soll die Mission "Mars Express" auf den Ergebnissen früherer Marsmissionen aufbauen.

Das Mikroskop ist wesentlich stärker als frühere, und die Landefähre ist auch besser dafür ausgerüstet, die Zusammensetzung des Planeten zu analysieren.

"Bisher wussten wir, dass die Marsoberfläche vor allem aus Eisenoxyd besteht: Sie rostet", erklärte Thomas. "Aber die exakte mineralogische Zusammensetzung kennen wir noch nicht."

Breit angelegter Plan

"Mars Express" ist Teil einer Reihe von Missionen, die mit der US-Weltraumagentur Nasa geplant sind und bis 2011 laufen sollen. Davon erhofft man sich laufend detailliertere Erforschungen.

Laut Thomas müssen sich die Projekte der ESA wegen Budgetbeschränkungen nach jenen der Nasa richten: "Europa hat nicht die finanziellen Möglichkeiten der Nasa."

"Das Weltraumbudget der ESA ist rund sieben Mal kleiner als jenes der Nasa, deshalb können wir nicht einen so detaillierten Plan machen."

Es mag überraschen, dass das Hauptziel der Marsmission nicht unbedingt darin besteht, Menschen dorthin zu schicken.

Wie Thomas erklärte, ist es zwar vorstellbar, dass eines Tages ein Mensch seinen Fuss auf dem Mars setzt, doch die astronomisch hohen Kosten eines solchen Vorhabens (man geht von ungefähr 100 Mrd. Euro aus) könnten einige Regierungen davon abhalten.

Auch könnte ein Mensch möglicherweise mit allen Bakterien in seinem Körper den Planeten infizieren, wodurch künftige Analysen der Oberfläche unmöglich würden.

swissinfo, Joanne Shields

Fakten

Die Europäische Raumrahrtagentur nahm ihre Arbeit 1975 auf
Ihr gehören 15 Staaten an, darunter die Schweiz
Die Schweiz ist Gründungsmitglied der ESA
Das erste Nasa-Raumschiff flog 1964 am Mars vorbei und machte die ersten Nahaufnahmen des Planeten
Eine russische Raumsonde landete 1971 als erste auf dem Mars

End of insertion

In Kürze

Von weitem betrachtet scheint der Mars lebensfeindlich: trocken, kalt und mit vielen Sandstürmen. Doch was früher auf dem Planeten geschah, soll die Mission nun herausfinden.

Die Beagle 2 ist bloss 30 kg schwer. Zentral ist ein Bohrer, der die Untersuchungen im Untergrund ermöglichen soll.

"Mars Express" ist nicht die einzige Mission, die in den kommenden Monaten den Roten Planeten untersuchen will: Die amerikanische Nasa und eine japanische Gruppe schicken ebenfalls Missionen.

Bei alledem geht es um unbemannte Flüge. Wann der erste bemannte Marsflug stattfinden könnte, steht weiterhin in den Sternen.

End of insertion

Artikel in dieser Story

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diskutieren Sie mit!

Diesen Artikel teilen

Diskutieren Sie mit!

Mit einem SWI-Account erhalten Sie die Möglichkeit, Kommentare auf unserer Webseite sowie in der SWI plus App zu erfassen.

Login oder registrieren Sie sich hier.