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Ex-Swiss-Chef Dosé im Visier der Bundesanwaltschaft

André Dosé bei der Ankündigung seines Rücktritts als Swiss-Chef.

(Keystone)

Der Crossair-Absturz von Bassersdorf mit 24 Toten hat für die damaligen Verantwortlichen Konsequenzen.

Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen André Dosé und auch gegen den ehemaligen Chef des Bundesamtes für Zivilluftfahrt, André Auer.

Nun ist es offiziell: Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen den am Mittwoch zurückgetretenen Chef der Fluggesellschaft Swiss, André Dosé.

Aufgrund von Hinweisen auf pflichtwidriges Verhalten sei das bisher gegen Unbekannt geführte Verfahren erweitert worden, schreibt die Bundesanwaltschaft in einer Mitteilung. Es bestehe der Verdacht der fahrlässigen schweren Körperverletzung und der fahrlässigen Tötung.

Drei Verantwortliche der damaligen Crossair müssen sich nun verantworten: Der damalige Unternehmenschef André Dosé, der Chef Operationen und der Chef-Fluglehrer des vom Absturz betroffenen Flugzeugtyps "Jumbolino".

Auch Ex-BAZL-Chef Auer betroffen

Zudem hat die Bundesanwaltschaft das Verfahren auf den ehemaligen Direktor des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (BAZL), André Auer, ausgeweitet.

Ob weitere Personen als Beschuldigte ins Strafverfahren einbezogen werden, sei offen. Für sämtliche Beschuldigte gelte bis zur gerichtlichen Beurteilung die Unschuldsvermutung.

Damit wird wahrscheinlich, dass die Swiss über diesen Schritt vorinformiert wurde und André Dosé deshalb zurückgetreten ist. Er hatte am Mittwochabend seinen Abgang vom Flugkonzern bekannt gegeben, weil er die Swiss nicht mit der Untersuchung belasten wolle. Er habe dies freiwillig und ohne Druck des Verwaltungsrates getan.

Mängel in der Aufsicht

Bereits am 3. Februar hatte die Bundesanwaltschaft ein gerichtspolizeiliches Ermittlungsverfahren wegen Verdacht auf mehrfache fahrlässige Tötung und Körperverletzung eröffnet.

Zuvor hatte das Büro für Flugunfallunterschungen seinen Bericht zum Absturz bei Bassersdorf veröffentlicht und einen Pilotenfehler als Hauptursache bezeichnet.

Der Bericht wies aber auch auf technische, betriebliche und organisatorische Mängel hin. Zudem erwähnte er Mängel in der Aufsicht.

Der zurückgetretene Swiss-Chef André Dosé bleibt von seiner Unschuld überzeugt: Die Ermittlungen der Bundesanwaltschaft würden dies ergeben. Gleichzeitig begrüsst er die Ausweitung der Ermittlungen.

Swiss gab am Freitag keinen Kommentar zu den Untersuchungen ab. Die Betroffenen seien von der Bundesanwaltschaft noch nicht offiziell informiert worden, begründete das Unternehmen diese Haltung.

Swiss mit Führungsdefizit

André Dose hat am Mittwoch überraschend seinen Rücktritt angekündigt, nachdem die Sonntagspresse berichtet hatte, gegen den Swiss-Chef laufe eine Strafuntersuchung im Zusammenhang mit dem Absturz von Bassersdorf.

Der Rücktritt von André Dosé hinterlässt bei der Swiss ein Führungsdefizit. Interimistisch führt Verwaltungsrats-Präsident Pieter Bouw die Fluggesellschaft.

Der 63-jährige Bouw selbst hatte noch vor wenigen Wochen einen Rücktritt nicht ausgeschlossen. Nun muss er sich stattdessen in einer Doppelrolle um die Probleme der Swiss kümmern.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Im November 2001 stürzte ein Crossair-Jumbolino in Bassersdorf ab. 24 Menschen starben, 9 Passagiere überlebten.

Hauptursache war ein Piloten-Fehler, so der Untersuchungsbericht: Der Kapitän flog zu tief. Kritisiert wurden jedoch auch die Airline und die Kontrollbehörde.

Die Bundesanwaltschaft ermittelt nun gegen André Dosé (damals CEO der Crossair), gegen André Auer (Ex-Direktor des Bundesamtes für Zivilluftfahrt) sowie gegen zwei ehemalige Crossair-Manager.

Die Ermittlungen erfolgten aufgrund von Hinweisen auf pflichtwidriges Verhalten, so die Bundesanwaltschaft.

Es bestehe der Verdacht der fahrlässigen schweren Körperverletzung und der fahrlässigen Tötung.

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