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Exotische Spinnen kommen nach Europa

Scytodes thoracica, eine Tropenart, die inzwischen auch in Europa vorkommt.

Forscher der Uni Bern warnen, dass viele neue Spinnenarten nach Europa einwandern. Das sind schlechte Nachrichten für Arachnophobiker, für Leute, die krankhaft Angst vor Spinnen haben.

Der globale Handel habe in den letzten 150 Jahren zu einem ungewollten Import von fremden Spinnen geführt, die grösser als die einheimischen Arten sind.

Achtung, Arachnophobiker! Alle zwei Jahre siedelt sich eine neue Spinnenart in Europa an. Hauptgrund ist neben dem zunehmenden globalen Handel der Klimawandel.

Die eingeschleppten Arten sind meist grösser als die hiesigen und leben vorwiegend in Gebäuden.

In den letzten 150 Jahren wurden 87 Spinnenarten unbeabsichtigt nach Europa eingeführt und sind seither hier heimisch. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Zoologischen Instituts der Universität Bern.

Grösser, häuslicher, meist aus Asien

Die eingeschleppten Arten sind im Durchschnitt grösser als die einheimischen, weil während des Transports grosse Spinnen resistenter gegen Stressfaktoren sind.

Je intensiver der Warenaustausch mit einem Kontinent ist, desto mehr neue Arten werden von dort eingeschleppt. Dies erkläre auch, weshalb die meisten neu eingewanderten Spinnenarten aus Asien stammten.

Zunahme an Giftspinnen

"Für die nahe Zukunft prognostizieren wir die Ansiedlung von mindestens einer fremden Spinnenart pro Jahr in Europa", sagte Wolfgang Nentwig, Professor für Zoologie in Bern und Mitverfasser der Studie.

Für den Menschen gefährliche giftige Arten wie die Schwarze Witwe oder die australische Atrax fanden die Forscher bisher nicht unter den Einwanderern.

In Zukunft könnte sich das aber ändern: Es sei damit zu rechnen, dass der Klimawandel in Europa für subtropische Spinnen immer besser geeigneten Lebensraum schaffe, erklärte Nentwig.

Behaarte Beine in leeren Badewannen

Bisher müssen sich Leute mit ausgeprägter Spinnenangst hierzulande aber höchstens vor dem Erscheinungsbild der achtbeinigen Einwanderer fürchten, etwa vor den braunbehaarten Trichternetzspinnen. Die (inklusive Beine) rund 5 Zentimeter grossen Tierchen tauchen mit Vorliebe in leeren Badewannen auf.

Nentwig rät Ängstlichen, die Tierchen mit einem Becher einzufangen und aus dem Haus zu befördern. Auch die Spinnen durch den Ablauf zu spülen sei "nicht völlig verwerflich", da sie als fremde Einwanderer weder geschützt noch erwünscht seien.

swissinfo, Scott Capper und Agenturen
(Übertragung aus dem Englischen: Alexander Künzle)

Abstossende Spinnen

Arachnophobie heisst die krankhafte Angst vor Spinnen und anderen, ähnlichen Tieren wie Skorpionen.

Diese Art von Phobie ist in Westeuropa weit verbreitet.

Arachnophobe fühlen sich überall dort unwohl, wo sie Spinnen vermuten oder wo sie Anzeichen von Spinnen sehen, zum Beispiel Spinnennetze.

Erblicken sie eine Spinne, bleiben sie auf Distanz bis sie ihre Panikattacken überwunden haben, die oft mit der Arachnophobie einher gehen.

In Mittel- und Nordeuropa gibt es keine dermassen giftige Spinnenart, die erklären könnte, weshalb ausgerechnet in dieser Region die Arachnophobie stark verbreitet ist.

Es bleiben also nur noch kulturelle Gründe. Doch auch für diese gibt es laut Wolfgang Nentwig keine direkten Beweise.

In zahlreichen aussereuropäischen Kulturen ist die Spinnenangst viel weniger verbreitet. Manchmal finden Spinnen bei traditionellen Rezepten ihren Weg sogar in die Kochtöpfe.

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Gross und haarig

Laut Wolfgang Nentwig gibt es nur vier oder fünf Spinnenarten auf der Welt, die Menschen wirklich gefährlich werden können, obwohl fast alle Spinnenarten giftig sind.

Als einzige bedrohliche Spinnenart in ist eine Variante der "Schwarzen Spinne", die vor allem in Mittelmeerraum vorkommt.

Die meisten Spinnenarten sind zu klein, um mit ihrem Stachel die menschliche Haut zu durchstechen.

Durch Spinnenstiche hervorgerufene Todesfälle sind zurückgegangen.

Die Riesenspinnen, die in den Tropen vorkommen, werden wohl nicht so bald in Europa heimisch werden. Laut Nentwig benötigen diese Arten ein stabiles klimatischen Umfeld, mit der entsprechenden Temperatur und Luftfeuchtigkeit.

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