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Experte zweifelt am Nutzen der BAZL-Liste

Schwarze Listen lösen die wahren Probleme der Zivilluftfahrt nicht, sagt der Luftfahrt-Experte Pierre Condom.

Dieser Inhalt wurde am 01. September 2005 - 10:54 publiziert

Auf diesem Weg könnten die Airlines nicht dazu gebracht werden, die international geltenden Reglemente einzuhalten.

Die in der Zivilluftfahrt geltenden Normen wurden von der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO), einer Spezialorganisation der UNO, festgelegt. Deren Umsetzung hängt jedoch von den einzelnen ICAO-Mitgliedsländern ab.

"Es gibt Länder, die die Einhaltung dieser Normen nicht überwachen", sagte Pierre Condom, Direktor der Fachzeitschrift "Interavia". Entweder mangle es am nötigen Geld oder aber am politischen Willen, um die Airlines zu überwachen.

Wirtschaftliche Interessen wichtiger

Die ICAO hat ein Audit bei den zivilen Airlines ihrer 188 Mitgliedsländer begonnen. Dabei stellte sie in rund 30 Fällen offiziell Mängel fest. Der vollständige ICAO-Bericht wurde jedoch nie veröffentlicht. Mehrere ICAO-Mitgliedsländer, darunter die USA, hätten sich dem widersetzt, sagte Condom.

Schwer wiegende wirtschaftliche Interessen

Oft würden wirtschaftliche Interessen schwerer gewichtet als die Probleme der Zivilluftfahrt. Es sei deshalb kein Zufall, wenn "keine der westafrikanischen Schrott-Airlines sich auf der französischen Liste befindet".

Condom schätzt, dass rund hundert Zivil-Airlines auf der Welt unsicher sind; darunter die ganz kleinen Luftfahrtsgesellschaften. Aber auch wenn die publizierten Listen vollständiger wären, nütze dies nicht viel.

Denn die Airlines würden auf Grund punktuell konstatierter Mängel auf die Listen gesetzt. Diese Defekte könnten in der Zwischenzeit aber behoben sein. Umgekehrt könne auch eine als sicher eingestufte Airline einen Unfall erleiden, der auf menschliches Versagen zurückzuführen sei, sagte Condom.

Marode Airlines meiden

Der "Interavia"-Direktor empfiehlt Flugreisenden, Airlines zu meiden, in deren Ländern die Kontrolle mangelhaft sein könnte. Auch müsse auf Fluggesellschaften Acht gegeben werden, die finanzielle Probleme hätten und zu unbedachten Sparmassnahmen neigen könnten.

Insgesamt aber sei das Flugzeug ein sehr sicheres Transportmittel. Bei 1,8 Mrd. Passagieren seien dieses Jahr rund 800 bis 900 Tote zu erwarten. In den westeuropäischen Ländern gebe es gleich viele Strassentote in einem Monat.

swissinfo und Agenturen

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