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FRANKFURT (awp international) - Die Europäische Zentralbank (EZB) wird trotz der Wachstumsbelebung ihre Krisenpolitik mindestens bis zum Jahreswechsel fortsetzen und die Banken des Euroraums weiter mit unbegrenzter Liquidität versorgen. Ein Zinssignal gehe davon aber nicht aus, sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet am Donnerstag nach der Sitzung des EZB-Rats in Frankfurt. Er signalisierte einen anhaltend niedrigen Leitzins. Das Zinsniveau im Euroraum sei weiter "angemessen", sagte Trichet. Die Wirtschaft im Euroraum wird nach Einschätzung der EZB nach einem starken zweiten Quartal im laufenden Jahr und auch 2011 kräftiger wachsen als zuletzt angenommen. Auch die Inflationsprognosen wurden angehoben.
Die Wirtschaft dürfte sich bei bestehenden Unsicherheiten weiter mit moderatem Tempo erholen, sagte Trichet. Die Erholung dürfte durch den Prozess der Bilanzanpassungen in mehreren Sektoren und durch die Aussichten am Arbeitsmarkt gedämpft werden. Die Risiken für den verbesserten wirtschaftlichen Ausblick seien leicht abwärts gerichtet. Dazu zählten die erneuten Spannungen an den Finanzmärkten und die Unsicherheit über die Perspektiven von anderen Industrieländern. Der Inflationsdruck bleibe auf mittlere Sicht gedämpft. Preisstabilität bleibe auf mittlere Frist gewährleistet. Die Risiken seien dabei etwas aufwärts gerichtet. Gründe seien insbesondere die Energie- und sonstigen Rohstoffpreise.
Die EZB werde die Vollzuteilung bei ihren Refinanzierungsgeschäften so lange wie nötig fortführen, mindestens jedoch bis Januar 2011, sagte Trichet. Dies gelte für die wöchentlichen, monatlichen und dreimonatigen Geschäfte. Er unterstrich zugleich, diese krisenbedingten Massnahmen seien nur temporärer Natur. Zu gegebener Zeit werde die Liquiditätspolitik angepasst. Das künftige Dreimonatsgeschäft werde nicht zu einem fixen Zins, sondern zum Durchschnitt der entsprechenden wöchentlichen Haupt-Refinanzierungsgeschäfte durchgeführt. Dies sei eher eine "technische Massnahme".
Die EZB bleibt nach Einschätzung der Helaba bei ihrer abwartenden Haltung. Sie habe weder Signale in Richtung einer geldpolitischen Wende ausgesendet, noch entstehe der Eindruck, dass die Zügel nochmals gelockert werden. Trichet habe deutlich gemacht, dass mit der Entscheidung absolut kein Signal für eine veränderte Geldpolitik in der Zukunft verknüpft sei. Insgesamt entsteht aus Sicht der Helaba aber der Eindruck, dass die Konjunkturrisiken trotz der nach oben revidierten Wachstumsprognosen etwas stärker betont worden sind als noch vor vier Wochen.
Die Wirtschaft in der Eurozone dürfte laut den neuen Projektionen der EZB 2010 im Durchschnitt um 1,6 Prozent wachsen. Im Juni war die Notenbank noch von einem deutlich geringeren Plus von 1,0 Prozent ausgegangen. Für 2011 rechnet die EZB nun mit einem Wachstum von 1,4 Prozent. Bislang waren 1,2 Prozent veranschlagt worden. Die Inflationsrate werde im laufenden Jahr bei 1,6 (bisher 1,5) Prozent liegen. 2011 dürfte die Teuerung dann leicht auf 1,7 Prozent steigen. Hier waren bisher 1,6 Prozent genannt worden.
Die EZB hatte als Reaktion auf die Finanzkrise nicht nur den Leitzins auf ein Rekordtief von 1,0 Prozent gesenkt. Wegen drastischer Verspannungen im Geldhandel zwischen den Banken griff sie auch auf ungewöhnliche Massnahmen zurück und stellte den Kreditinstituten die gewünschte Liquidität unbegrenzt zu einem fixen Preis zur Verfügung. Für gewöhnlich müssen sich die Banken an einem Auktionsverfahren (Tender) beteiligen, um Zentralbankgeld zu erhalten. Diesen Marktmechanismus hatte die EZB wegen des hohen Misstrauens zwischen den Instituten ausgesetzt./jha/he

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