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FRANKFURT (awp international) - Die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte den bereits begonnenen Ausstieg aus ihrer expansiven Liquiditätspolitik nicht mehr in diesem Jahr fortsetzen. Hierauf deuten jüngste Äusserungen von Bundesbank-Präsident Axel Weber hin, der auch ein einflussreiches Mitglied im geldpolitischen EZB-Rat ist. Allerdings bekräftigte Weber die grundsätzliche Notwendigkeit zur Fortführung des Ausstiegs, machte den Prozess aber vom Zustand des Finanz- und Bankensystems abhängig.
Entscheidende Exit-Massnahmen dürften laut Weber nicht mehr in diesem Jahr ergriffen werden. Es gebe gute Argumente, mit der Fortführung des Prozesses bis zum Ende des Jahres zu warten, sagte Weber der Nachrichtenagentur Bloomberg in einem am Freitag veröffentlichten Interview. "Der Grossteil dieser Diskussion wird sich auf das erste Quartal konzentrieren." Weber begründete seine Einschätzung mit der erhöhten Unsicherheit in der Liquiditätsposition der Banken um die Jahreswende. Es sei nicht klug, die Liquiditätspolitik der Notenbank zu ändern, ohne diesen Umstand zu berücksichtigen.
ZUVERSICHTLICH FÜR KONJUNKTUR
Derzeit stellt die EZB den Banken in verschiedenen Refinanzierungsgeschäften unbegrenzt Liquidität zum Leitzins zur Verfügung. Hiervon betroffen sind die Geschäfte über eine Woche sowie einen und drei Monate. Auf der anderen Seite bekräftigte Weber die Notwendigkeit des Ausstiegs: Es sei klar, dass der Normalisierungsprozess wieder aufgenommen werden müsse. Dies werde aber nicht zeitgebunden oder automatisch erfolgen. Vielmehr werde der Prozess von dem Zustand des Finanz- und Bankensystems abhängen.
Mit Blick auf die konjunkturelle Lage im Euroraum, vor allem aber in Deutschland gab sich Weber zuversichtlich. Wenngleich im zweiten Halbjahr nach dem starken zweiten Quartal ein moderateres Wachstum zu erwarten sei, sei für das Gesamtjahr ein sehr gutes Ergebnis für Deutschland zu erwarten. Die Bundesbank rechnet mit einem Wachstum von drei Prozent.
KEIN RÜCKFALL IN REZESSION
Die derzeit an den Märkten grassierenden Sorgen um einen Rückfall der Weltwirtschaft in die Rezession bezeichnete Weber als "leicht übertrieben". "Ich denke, die Märkte überreagieren angesichts nicht besonders guter, aber auch nicht besonders schlechter Nachrichten aus dem zweiten Quartal." Insbesondere aus den USA hatten Konjunkturdaten in den letzten Wochen regelmässig enttäuscht, was an den Märkten starke Konjunktursorgen ausgelöst hatte. Weber sieht in den Zahlen indes nur eine Abschwächung des Wachstums: "Wir sollten nicht übertreiben. Wir stehen nicht vor grundsätzlichen Problemen. Die Erholung wird sich fortsetzten."/bgf/jha/

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