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Farbige Figuren der Solidarität sind 60-jährig

Die Figuren von Swissaid werden in diesem Jahr 60 Jahre alt.

(Swissaid)

Seit der Gründung vor 60 Jahren verkauft das Hilfswerk Swissaid jedes Jahr Figürchen aus Holz und Stoffpuppen, um seine Projekte zu finanzieren. Früher in der Schweiz hergestellt, werden diese Figuren - ein Symbol für Solidarität - heute in Indien produziert.

Gegründet wurde Swissaid kurz nach dem zweiten Weltkrieg und mit dem Zweck, den Kriegsflüchtlingen zu helfen. Schon damals verkaufte das Hilfswerk Abzeichen, um zu Geld zu kommen.

In den 1960er-Jahren hat Swissaid seine Aktivitäten von Europa nach den Ländern des Südens verlegt. Die verschiedenen Abzeichen werden seither in den Ländern produziert, wo die Nichtregierungs-Organisation mit Hilfsprojekten vertreten ist. Die Abzeichen wurden mit der Zeit vielfältiger und bunter.

Laut der Verantwortlichen für den Abzeichenverkauf, Theres Berner, gehen 15% der jährlichen Spendeneinnahmen auf das Konto des Abzeichenverkaufs. Im Jahr 2007 waren es 1,2 Millionen Franken.

Verkauft werden die Abzeichen jeweils zu Beginn eines neuen Jahres zum Stückpreis von 5 Franken. Sie werden immer noch handwerklich produziert, eine Herausforderung bei jährlich verkauften 350'000 Stück.

Die kleinen Stofftiere für das Jubiläumsjahr wurden beispielsweise in Indien produziert. Genäht wurden sie in Handarbeit von den Mitgliedern einer Frauenvereinigung. Der Lohn ermöglichte fast 200 Familien während mehr als eines Jahres ein Zusatzeinkommen.

"Wir bezahlen gerechte Löhne, das heisst 300 Rupien in der Woche für Ungelernte und 600 Rupien für gelernte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Vor Ort hatten wir einen Lehrmeister, der den Angestellten zeigte, wie man die Stofftiere produziert", erzählt Berner.

Ökologische Dimension

Swissaid arbeitet wenn immer möglich mit der lokalen Bevölkerung in den Ländern des Südens zusammen. Die Koordinationsbüros werden in der Regel von Einheimischen geleitet.

Die Abzeichen für das Jahr 2009 sollen erneut in Indien produziert werden. Auch dieses Projekt wird rund 200 Handwerkern während einer gewissen Zeit ein gerechtes Einkommen sichern.

Auch für 2009 hat sich Swissaid für Tierfiguren entschieden. Diese seien beliebt, erzählt Berner. Das Holz stammt aus nachhaltigem Anbau. Die ökologische Dimension hat bei Swissaid einen hohen Stellenwert.

So hat das Hilfswerk kürzlich auch ein internationales Moratorium für Biotreibstoffe gefordert.

Pädagogischer Aspekt

Auch die Tatsache, dass die Abzeichen in der Schweiz von Schülerinnen und Schülern verkauft werden, entspricht der Philosophie von Swissaid. Für die Schüler habe der Verkauf einen pädagogischen Wert, da sich viele damit zum ersten Mal mit der Problematik der Armut und der Entwicklungshilfe auseinandersetzten, so Berner.

"Auch ein Film gehört zum Abzeichenverkauf. Er zeigt das Leben in Indien und die Lebensbedingungen in diesem Land."

Berner bedauert, dass sich immer weniger Schulklassen am Abzeichenverkauf beteiligen. Dies nicht wegen mangelndem Interesse der Lehrer, sondern weil die Schülerzahlen abnehmen und immer mehr Klassen zusammengelegt werden.

Eltern, die sich dagegen wehren, dass ihre Zöglinge auf der Strasse Abzeichen verkaufen, beruhigt Berner. "Für die Kinder ist das vielfach die erste Gelegenheit, etwas zur Entwicklungs-Zusammenarbeit beizutragen und Solidarität konkret zu leben.

swissinfo, Carole Wälti

Jahrestreffen

Alle zwei Jahre treffen sich die Leiterinnen und Leiter der Swissaid-Büros in den Ländern, in denen Swissaid tätig ist, zu einem Koordinations-Treffen in der Schweiz.

Dieses Jahr findet das Treffen vom 10. bis zum 17. Oktober statt.

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Geschichte

Swissaid entstand im Jahr 1947 unter dem Namen "Schweizer Europahilfe" SEH, eine Dachorganisation der damaligen Schweizer Hilfswerke.

Sie leistete insbesondere Hilfe für Flüchtlinge, die aus kriegszerstörten Ländern (Deutschland, Österreich, Sizilien) in die Schweiz gekommen waren.

1956 beschliesst die Europahilfe, auch in anderen Erdteilen tätig zu werden.

Sie wird in "Schweizer Auslandhilfe" umbenannt und führt Hilfsprojekte in Tunesien, Algerien, Indien und Tschad durch.

1969 wird aus der Auslandhilfe "Swissaid".

1983 wird Swissaid eine unabhängige Stiftung und eröffnet eine Zweigstelle in Lausanne.

1998 feiert Swissaid das 50-Jahr-Jubiläum mit einer Tournee durch 18 Schweizer Städte.

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