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Lyss BE (awp/sda) - Im Seilziehen um die Macht beim Lysser Industrie-Unternehmen Feintool bleibt der Verwaltungsrat neutral. Das Gremium gibt den Aktionären keine Empfehlung zum Kaufangebot des Industriellen Michael Pieper ab.
Kein Wunder: Die Hälfte des sechsköpfigen Verwaltungsrats ist mit einem der beiden Grossaktionäre Pieper und Fritz Bösch verbandelt, die sich in der Angelegenheit gegenüberstehen.
Der Aargauer Industrielle Pieper hatte Mitte Januar über seine Beteiligungsgesellschaft Artemis ein Übernahmeangebot für Feintool vorgelegt. Pieper, der gemäss letzten Angaben 33 Prozent an dem Autozulieferer besitzt, bietet den Aktionären 350 CHF je Feintool-Titel. Er will mindestens 50,1 Prozent aller Aktien kaufen.
Mit dem zweiten Grossaktionär, Fritz Bösch, war das Angebot nicht abgesprochen. Bösch, der Feintool 1959 gegründet hatte und 30% an dem Unternehmen hält, prüft laut einem Zeitungsbericht eine höhere Gegenofferte.
Bösch wolle "in nächster Zeit" entscheiden, ob er sein Angebot allein unterbreite oder ob er mit Familienangehörigen, Freunden und weiteren Investoren zusammenspanne, zitierte ihn die Zeitung "Sonntag" vom 6. Februar.
Der Feintool-Gründer war am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA nicht erreichbar. Sein Büro stellte eine Mitteilung in Aussicht, ohne Angaben zum Zeitpunkt zu machen.
Börsianer scheinen mit einem höheren Gegengebot zu rechnen. Die Feintool-Aktien lagen am Mittwochmittag - wie bereits in den vergangenen Tagen - mit 366 CHF klar über Piepers Offerte.
Angesichts der Lage beschloss der Feintool-Verwaltungsrat am vergangenen Donnerstag, den Aktionären keine Empfehlung zum Kaufangebot von Pieper abzugeben. Die Entscheidung sei einstimmig gefallen, hiess es.
Bei der Abstimmung trat allerdings die Hälfte des Gremiums wegen Interessenskonflikten in Ausstand. Diese betrafen Piepers Verwaltungsrat Michael Soormann wie auf der anderen Seite Böschs Tochter Monika Löffel-Bösch und Franz Stampfli, der VR-Präsident einer von Bösch kontrollierten Firma ist.
In seiner Stellungnahme führte der Feintool-Verwaltungsrat an, dass Pieper die bisherige Unternehmensstrategie unterstütze. Deshalb erwartet der VR für Mitarbeiter und weitere Anspruchsgruppen keine Änderungen im Falle einer Übernahme. Insbesondere die heutige Bankfinanzierung von Feintool werde durch den Kontrollwechsel nicht in Frage gestellt.
"Im Zusammenhang mit dem Kaufangebot werden keinerlei Abgangsentschädigungen und Erfolgsprämien oder ähnliche Leistungen an die Mitglieder des Verwaltungsrats und des Managements bezahlt", betonte das Gremium.
Abwehrmassnahmen gegen Piepers Offerte beabsichtige der VR zurzeit nicht, hiess es. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC habe in ihrer Fairnessbeurteilung festgestellt, dass der Angebotspreis Piepers innerhalb der Wertbandbreite für die Feintool-Aktie von 315 bis 355 CHF liege. Es sei den Aktionären überlassen, das Angebot anzunehmen oder nicht, schreibt der VR.
dm

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