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Fiat holt sich Top-Manager in der Schweiz

Marchionne wechselt von Genf nach Turin.

(Keystone)

Sergio Marchionne, Top-Manager bei der Genfer Warenprüfer- und Inspektionsgesellschaft SGS, wird Vorstandschef bei der italienischen Fiat-Gruppe.

Schweizer Analysten befürchten einen Verlust für die SGS, welche Marchionne zurück auf Erfolgskurs brachte.

Der Turiner Industrie-Gigant Fiat hat am Dienstag Sergio Marchionne zum neuen Vorstandschef ernannt. Der 52-jährige Italo-Kanadier war seit Anfang 2002 Chef der angeschlagenen "Société Générale de Surveillance" (SGS), welche weltweit 36'000 Personen beschäftigt.

Marchionne sitzt bereits im Fiat-Verwaltungsrat. Er ist auch Verwaltungsrats-Präsident des Spezialchemiekonzerns Lonza.

Zum Umbruch an der Fiat-Spitze kam es nach dem Tod von Umberto Agnelli. Der Bruder des Fiat-Patriarchen Giovanni Agnelli war vergangenen Freitag an einem Krebsleiden verstorben.

Am Sonntag wurde Luca Cordero di Montezemolo zum seinem Nachfolge ernannt. Er war der Chef von Ferrari. Der bisherige Fiat-CEO, Giuseppe Morchio, trat daraufhin überraschend zurück.

Analysten besorgt um SGS

"Das ist eine schlechte Überraschung für die SGS-Investoren", sagte Ronald Wildmann, Analyst bei der Bank Leu. Der Aktienkurs verlor am Dienstag um 7% und sank auf 673 Franken. "Ich bin sicher, dass es gute Leute hat. Aber sie sind in der Öffentlichkeit nicht bekannt."

Die SGS zögerte nicht und ernannte umgehend Werner Pluss zum Nachfolger des abtretenden Marchionne. Er war zuletzt verantwortlich für das Öl-, Gas- und Chemiegeschäft von SGS und arbeitet seit 1966 für die Firma.

Marchionne lobte seinen Nachfolger: "In den letzten dreissig Monaten habe ich intensiv mit Pluss zusammengearbeitet und er ist der beste Vertreter des neuen Managementstils." Analysten gehen davon aus, dass sich bei der SGS unter dem neuen Chef wenig ändern wird.

Marchionne - ein fähiger Manager

Dem alten SGS-Chef Marchionne stellt die Finanz-Gemeinde ein gutes Zeugnis aus. Er gilt international als gewiefter Industriemanager. Seit Mai 2003 war er schon als unabhängiger Berater für das Unternehmen der Familie Agnelli tätig.

Gleichzeitig brachte er die angeschlagene SGS auf Erfolgskurs, die unter seiner Führung innerhalb kürzester Zeit beachtliche Fortschritte machte und definitiv aus der Krise fand.

Sanierer mit Erfahrung

Seine Erfahrung als Sanierer der SGS wird ihm bei Fiat zu Gute kommen. Die Firma zerbrach beinahe vor zwei Jahren, als die Auto-Sparte Verluste von 4,6 Mrd. Franken einfuhr.

Der damalige CEO, Paolo Cantarella, wurde von Morchio abgelöst. Ein Sanierungsprogramm, das 8000 Stellen kostete, stellte den Konzern wieder auf ein gesundes Fundament.

Marchionne muss nun Morchios Sanierungsplan zu Ende führen.

swissinfo

In Kürze

SGS mit Sitz in Genf wurde 1878 gegründet und ist heute einer der wichtigsten Warenprüf- und Inspektions-Gesellschaften.

Weltweit betreibt sie rund 1000 Niederlassungen und beschäftigt 36'000 Personen.

Der Umsatz betrug 2003 2,45 Mrd. Franken. Der Konzern-Gewinn verdoppelte sich auf 227 Mio. Franken.

Der Italo-Kanadier Sergio Marchionne war seit 2002 Chef der Firma. Er brachte sie wieder auf Erfolgskurs.

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