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Filtrona: Kundgebung, Streik und Verhandlungen

Die 150 Filtrona-Angestellten befinden sich seit Dienstag im Streik. Keystone

Die Direktion der Zigaretten-Filterbabrik Filtrona in Crissier bei Lausanne willigt trotz der Fortsetzung des Streiks zu Gesprächen ein.

Dieser Inhalt wurde am 04. Dezember 2004 - 12:34 publiziert

Sympathisanten und Behörden trafen sich am Samstag mit den streikenden Angestellten zu einer lokalen Unterstützungs-Aktion.

Am Samstag ist ein Demonstrationszug von der bestreikten Zigarettenfilter-Fabrik Filtrona Crissier nach Renens (VD) gezogen. Dort wurden er von Sympathisanten und lokalen Politikern empfangen.

Auf dem Marktplatz hatten sich rund 500 Personen versammelt und den Rednern gelauscht. Diese sprachen den seit vergangenem Dienstag Streikenden rund 150 Arbeiterinnen und Arbeitern Mut zu und riefen zum Durchhalten auf.

Die rund 150 Angestellten von Filtrona befinden sich noch bis mindestens am Montag im Streik. Erst eine neue Betriebs-Versammlung wird über Weiterführung oder Abbruch entscheiden.

Schiedsgericht akzeptiert

Im Hintergrund soll ab Montag zwischen dem Personal und der Direktion verhandelt werden. Nach separaten Gesprächen mit der Waadtländer Volkswirtschaftsdirektorin Jacqueline Maurer vom Freitag haben beide Seiten ein Schiedsgerichtsverfahren akzeptiert.

Nach dem Treffen mit Maurer entschied sich das Personal für eine Fortsetzung des seit Dienstag anhaltenden Streiks bis mindestens Montag. Das Personal will die Fabrik das ganze Wochenende über besetzen.

Comedia-Gewerkschafterin Denise Chervet verteidigte die am Freitag beschlossene Weiterführung des Streiks. "Wir sind überzeugt, dass der Streik auch in der neusten Entwicklung bei Filtrona nützlich ist", sagte sie. Je nach Ausgang der Verhandlungen werde sich der Streik noch als sehr nützlich erweisen.

Schliessung befürchtet

Die Filtrona-Angestellten befürchten die Schliessung der Fabrik. Laut der Gewerkschaft Comedia deutet immer mehr darauf hin, dass die Tage des Produktionsstandortes gezählt sind. Dabei stehen rund 150 Arbeitsplätze auf dem Spiel, 130 davon sind feste Anstellungen.

So fordern die Angestellten eine Verlängerung des bestehenden Sozialplans bis Ende nächstes Jahr sowie Garantien für die 150 Arbeitsplätze.

Die Fabrik wurde im Oktober 2003 von der Baumgartner Papiers Gruppe an die britische Bunzl-Gruppe verkauft. Filtrona beschäftigt weltweit 4800 Angestellte. Die Firma ist ein wesentliches Standbein der britischen Bunzl-Gruppe, die insgesamt 12'000 Angestellte zählt und im Index der grössten börsenkotierten Firmen Grossbritanniens, dem FTSE 100, gelistet ist.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Die Fabrikanlagen wurden im Oktober 2003 von der Baumgartner Papier an den multinationalen englischen Konzern Bunzl verkauft und heissen seither Filtrona.

Das Filtrona-Personal ist durch verschiedene Signale der englischen Direkton der Gruppe beunruhigt.

So wurden zuwei Maschinen für die Fabrikation von Spezialfiltern demontiert und nach England verschickt. Eine dritte Maschine sollte folgen.

Defekte Maschinen sind nicht mehr repariert worden.

Die Materialreserven sind auf dem Minimum.

Das Bestellungsbuch für den Januar ist leer.

Technische Führungskräfte sind entlassen und nicht ersetzt worden.

In der Produktion wurden 35 Personen via Temporär-Firmen eingestellt.

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