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Finalspiel um das EM-Ticket

Die Schweizer Nationalspieler Cabanas, Rama, Zwyssig und Henchoz (von links) lockern sich für das Irlandspiel.

(Keystone)

Die Schweiz führt die Tabelle der EM-Qualifikations-Gruppe 10 an. Am Samstag kommt es in Basel zum entscheiden Spiel gegen Irland.

Gewinnt die Schweiz, ist sie an der Fussball-EM 04 in Portugal dabei.

Die Qualifikation für die Europameisterschaften 2004 in Portugal kann die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft immer noch aus eigener Kraft schaffen.

Obwohl der erste "Matchball" am 10. September – gegen Russland – deutlich verspielt wurde. Das 1:4 war die erste Niederlage der Schweiz in ihrer Qualifikationsgruppe.

Zu denken gab die Art der Niederlage und die einhellige Meinung der nationalen und zum Teil auch der internationalen Presse, die schrieb: "Russland ist das beste Team in dieser Gruppe."

Doch auch nach dieser Niederlage im Russland kann die Schweiz noch aus eigener Kraft die direkte Qualifikation schaffen. Sie liegt nach 7 Matches mit 12 Punkten vor Russland (11) und Irland (11) an der Spitze.

Bei einem Sieg am kommenden Samstag in Basel gegen die Iren ist die Schweiz qualifiziert. Spielen die Schweizer unentschieden, müssen sie auf die Georgier hoffen, die gleichzeitig gegen die Russen spielen. Wenn die Russen nicht gewinnen, ist die Schweiz auch qualifiziert.

Alle andern Resultate führen zu Rechnereien, denn auch der Zweitplatzierte hat noch seine Chance in Portugal 04 dabei zu sein: Über ein Entscheidungsspiel mit einem Zweitplatzierten einer andern Gruppe.

Grosser Druck und kleine Reibereien

Im Vorfeld des kapitalen Matches machten Berichte über Unstimmigkeiten im Team die Runde.

Der Altinternationale Toni Allemann (er hatte die Schweiz am 14. November 1965 in Bern vor 48'000 Zuschauern zum 2:1-Sieg über Holland geschossen, und weil Nordirland danach in Albanien nur 1:1 spielte, waren die Schweizer für die WM 66 in England qualifiziert) sagte im Schweizer Fernsehen: " Es ist ganz normal, dass es vor so einem wichtigen Spiel Spannungen gibt, dass muss so sein."

Die angesprochenen Spannungen sollen vor allem, so Presseberichte, zwischen Liverpool-Verteidiger Stéphane Henchoz und dem Basler Abwehrchef Murat Yakin schwelen. Die beiden hätten sich im Russland-Match keinen Ball zugespielt.

Die böse Niederlage in Russland liess die Spannungen ans Tageslicht treten. Doch neu ist das nicht. Henchoz und Yakin stehen stellvertretend für einen Zwist, den schon Allemann erlebte: "Es gab schon zu meiner Zeit immer Spannungen zwischen der Welschen und Deutschschweizer Fraktion."

Offiziell soll der aktuelle Zwist - und etliche andere auch - durch eine Aussprache beendet worden sein. Der Schweizer Coach Köbi Kuhn danach: "Jetzt volle Konzentration auf das Irland-Spiel!"

Die Schweizer Mannschaft hat ihr Quartier im schwyzerischen Feusisberg aufgeschlagen. "Es ist nun die Aufgabe der Betreuer, einen positiven Geist zu schaffen", sagt Assistenztrainer Michel Pont gegenüber swissinfo.

"Der Druck vor dem Spiel gegen Irland ist gross. Es ist so quasi unser eigener 'WM-Final'. Und wenn wir gewinnen wollen, dann braucht es von allen Beteiligten, Aktiven und Betreuer, einen totalen Einsatz und hundertprozentige Bereitschaft", sagt Pont.

Wer spielt?

Dass Schweiz-Irland das entscheidende Spiel in dieser Gruppe werden sollte, damit hatte die Fachwelt nicht gerechnet, als am 25. Januar 2002 in Porto die Gruppen ausgelost wurden.

Aber der Sieg der Schweiz am darauf folgenden 16. Oktober in Dublin brachte die Schweiz in eine gute Ausgangslage.

Die Ernte nach den weiteren guten Spielen soll nun in am Samstag in Basel eingefahren werden. Die Frage bleibt jedoch, wer spielt? Der "Bremer" Linksverteidiger Ludovic Magnin musste bereits verletzt Forfait geben. Für ihn wird wohl Bruno Berner (GC) spielen.

Eine weitere Sorge für den Schweizer Coach: Kann der andere der Hakin-Brüder spielen oder nicht. Der linke Fuss macht Hakan Yakin zu schaffen. Noch ist der Basler optimistisch, dass er am Samstag – wenigstens für einen Teileinsatz – einlaufen kann.

Kuhn muss nun aus den verbleibenden Spielern und ihrem Formstand die beste Mischung finden. Wer soll im Tor stehen? Jörg Stiel (Mönchengladbach) oder Pascal Zuberbühler (Basel). Der Basler ist grösser gewachsen, was gegen die Iren, die mit hohen Flanken agieren werden, von Vorteil sein könnte.

Wer spielt im Abwehrzentrum? Henchoz oder Patrick Müller (Lyon). Soll Fabio Celestini (Marseille), Benjamin Huggel (Basel) oder Raphaël Wicky (Hamburg) im zentralen Mittelfeld die Fäden ziehen?

Und wer schiesst vorne die Tore? Alexander Frei, der zwar in der Nationalmannschaft regelmässig trifft, bei seinem Verein, Rennes, in der Bretagne, jedoch nur sporadisch zum Einsatz kommt.

Dann wäre da noch Marco Streller (Basel), der Neuling ohne Erfahrung auf dem internationalen Parkett aus Basel. Oder soll es gar der "alte" Stéphane Chapuisat (Young Boys) mit seiner Routine richten?

Am Samstag-Abend, nach dem Spiel Schweiz – Irland, wissen wir es.

swissinfo, Mathias Froideveaux, Urs Maurer

Fakten

Schweiz – Irland, Samstag 11.09.2003 um 17.30 im St. Jakobs-Park in Basel.
Die Schweiz muss gewinnen.
Bei Unentschieden oder Niederlage kommt es auf Russland – Georgien an.

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In Kürze

Die Schweiz bleibt auf Platz 1:

Wenn sie gewinnt.
Wenn sie gewinnt und Russland gewinnt.
Wenn sie gewinnt und Russland verliert.
Wenn sie und Russland unentschieden spielen.
Wenn sie unentschieden spielt und Russland verliert.

Die Schweiz ist auf Platz 2:

Wenn sie unentschieden spielt und Russland gewinnt.
Wenn sie und Russland verlieren.

Die Schweiz fällt auf Platz 3 zurück:

Wenn sie verliert und Russland gewinnt.
Wenn sie verliert und Russland unentschieden spielt.

Schiedsrichter am Samstag in Basel ist der Schwede Anders Frisk.

20'000 irische Fans wollen nach Basel reisen. Aber nur 3500 Billete sind für sie reserviert.

Seit der EM 1996 in England hat die Schweiz nie mehr an einer Fussball-EM oder WM teilgenommen.

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